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Dompteur Christian Walliser: Premiere nach Tiger-Attacke

Premiere nach Tiger-Attacke

218.02.10|Wolfratshausen|Wolfratshausen|3
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Artikel: Premiere nach Tiger-Attacke

Wolfratshausen - Wochenlang schwebte Christian Walliser zwischen Leben und Tod. Drei seiner bengalischen Tiger waren über den Dompteur hergefallen. Am 6. März steht der 28-Jährige in Wolfratshausen wieder in einem Raubtierkäfig.

Steht in Wolfratshausen erstmals wieder in der Manege: Christian Walliser, der von seinen Tigern Anfang Dezember im Dinner Zirkus Hamburg am Tierpark Hagenbeck lebensgefährlich verletzt worden war. Foto: Archiv

Es geschah bei einer „Dinner Show“ am Hamburger Tierpark Hagenbeck. Als Walliser den Raubtierkäfig betritt, stolpert er. Sofort stürzen sich drei seiner acht Tiger auf ihn, beißen ihn in den Kopf, in den Oberkörper, trennen ihm fast die linke Hand ab. Sechsmal muss der Königsbrunner operiert werden, wird für drei Wochen in ein künstliches Koma versetzt. Erst Ende Januar konnte der Dompteur die Klinik verlassen.

Für ihn war die Attacke seiner „Kinder“ ein „Unfall“. Ähnlich wie ein verunglückter Formel 1-Fahrer kennt Walliser nur ein Ziel: zurück auf die Rennstrecke, zurück unter die Zirkuskuppel. Am Samstag, 6. März, wird der 28-Jährige im „Circus Crocofant“ in Wolfratshausen wieder mit seinen Raubkatzen auftreten. „Crocofant“-Chef Francois Meise ist selbst Dompteur und kann die Entscheidung Wallisers „absolut nachvollziehen“. Noch schwer gezeichnet von seinen Verletzung „hat er uns gleich angerufen und gesagt, dass er bei unserer Premiere auf jeden Fall dabei ist“, ergänzt Petra Meise. Walliser sei „Tiger-verrückt“, zugleich aber ein „absoluter Vollprofi“, weiß die erfahrene Zirkuschefin. Walliser hat mit den „Crocofant“-Verantwortlichen einen Exklusivvertrag geschlossen, von März bis Mitte November zeigt er seine Dressur nur für das in Icking beheimatete Unternehmen. Aber: Die drei Tiger, die den Dompteur in Hamburg lebensgefährlich verletzt haben, wird Walliser vorerst noch nicht wieder in sein Programm einbauen. „Das braucht einfach noch ein wenig Zeit“, sagt Petra Meise, deren Schwager selbst mit Tigern arbeitet.

900 Sitzplätze hat das „Crocofant“-Zelt, das Anfang März an der Königsdorfer Straße (gegenüber Tengelmann) aufgebaut wird. Neben der Raubtiernummer erwartet die Besucher unter anderem Clown David, die Hula-Hoop Truppe Venus, Perche-Akrobatik hoch unter der Zirkuskuppel sowie nicht zuletzt die aus dem Asterix & Obelix-Kinofilm bekannten Elefanten, dressiert und vorgeführt von Francois Meise.

Dass der Hamburger Tiger-Angriff nun sensationslüsternes Publikum in ihr Zelt treibt, glaubt Petra Meise nicht. Allerdings stellt sie fest, dass sich der eine oder andere Fernsehsender zur Premiere in Wolfratshausen angemeldet hat. Schlecht fürs Geschäft ist das allemal nicht. (cce)

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