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Bad Tölz-Wolfratshausen - Eigentlich ist die Rente mit 67 längst beschlossene Sache. In der SPD aber wird die Reform jetzt wieder heftig diskutiert. Und auch Arbeitgeber und -nehmer im Landkreis sehen sie weiterhin vor allem als verkappte Rentenkürzung.

© MICHAEL SOHN
Scharfe Proteste hatte die schrittweise Erhöhung des Rentenalters auf 67 zur Folge. mm-Archiv
Für schlicht nicht durchführbar hält Herbert Kozemko, Obermeister der Tölzer Bauinnung, die Pläne, Arbeitnehmer bis 67 arbeiten zu lassen - zumindest in seiner Branche. „Wer bis 60 auf dem Bau gearbeitet hat, der kann dann einfach nicht mehr“, sagt er. „Die Rente mit 62 war da gerade so die Obergrenze.“ Besonders in kleineren Handwerksbetrieben, in denen die Mitarbeiter nicht ins Büro wechseln können, seien die Angestellten bei körperlichen Beschwerden oft gezwungen, die Arbeit niederzulegen.
„Eine andere Anstellung bekommen die Betroffenen, die 50 oder älter sind, in der Regel dann nicht mehr“, gibt Angela Driesen-Zimmermann, Betriebsratsvorsitzende bei der Kochler Firma Dorst, zu bedenken. Auch die SPD ist daher in ihrem neuen Renten-Konzept zu dem Schluss gelangt, dass erst einmal Arbeitsplätze für ältere Bewerber da sein müssen, bevor das Rentenalter erhöht wird. Bei der Tölzer Firma Moralt „stellen wir, wenn es geht, auch mal Bewerber über 60 ein“, sagt Personalleiter Benno Brehm. Voraussetzung sei aber, dass die Leistungsfähigkeit des Bewerbers noch gegeben sei. „Dann ist ein erfahrener Arbeitnehmer natürlich viel wert.“ (pw, gma)
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