018.05.10|Wolfratshausen|Wolfratshausen|5
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Bad Tölz-Wolfratshausen - Die politische Wetterlage haben die Grünen am Montag ausgelotet. In Gummistiefeln trat der Kreisverband eine Wanderung über die regennasse Buckelwiese im Geretsrieder Süden an.

Klaus Koch.
Der Sprecher der Kreistagsfraktion, Klaus Koch, hatte zu dem Ortstermin eingeladen, „um den Streckenverlauf der S 7 zum Endbahnhof an der Richard-Wagner-Straße“ unter die Lupe zu nehmen. Nach der Exkursion erklärte der Grünen-Politiker, er habe den Meinungsbildungsprozess im Kreisverband unterstützen wollen: Wie berichtet verläuft ein Teil der geplanten Trasse durch Flora-Fauna-Habitat- (FFH) Gebiet, und diesen Eingriff in die Natur lehnen etliche Grünen-Mitglieder ab.
Bei der Begehung waren Vertreter beider Fraktionen anwesend: Zum einen die Grünen, die nach Aussage von Koch „den Routenverlauf durch FFH-Gebiet hinnehmen“, um die S-Bahn-Verlängerung als Gesamtprojekt nicht zu gefährden. Um die Eingriffe in Flora und Fauna zu minimieren, suchten die Befürworter nach Optimierungsmöglichkeiten wie etwa einer Verlagerung des Parkplatzes. Diesen Standpunkt vertritt auch Koch.
Die Gegenposition nimmt sein Parteifreund Paul Wildenauer ein: „Einen Bahnhof Süd lehne ich ab.“ Die grünen Prinzipien möchte Wildenauer nicht über den Haufen werfen. Der Bereich der Buckelwiesen stehe nun mal unter Naturschutz, „sonst braucht man ja gleich keine FFH-Gebiete ausschreiben“. Außerdem seien drei Haltestellen in Geretsried ohnehin zuviel, erklärt der Kreisrat, der sich aber nicht nachsagen lassen will, „dass ich gegen die S-Bahn-Verlängerung bin“.
In der Diskussion über die möglichen Bahnhof-Standorte stört sich Wildenauer vor allem an den Nutzen-Kosten-Untersuchungen (NKU). Er spricht von „rein politischen Werten. Die sind zurechtgebogen und zurechtgelogen“. (gma/ee)
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