Apfeldorf - Wenn man sich auf Natureis begibt, lauern Gefahren: Was ist zu tun, wenn der Ernstfall eintrifft und jemand plötzlich ins Eis einbricht? Die Grundschüler aus Apfeldorf und Kinsau haben es erfahren: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) war zu Besuch und lehrte den Kindern das richtige Verhalten auf dem Eis.

So wird’s gemacht: Vom Ufer aus ziehen die Kinder den Eingebrochenen mit einer Armverlängerung heraus. Foto: ms
Für das Eisregel-Training waren in der Apfeldorfer Mehrzweckhalle Stationen aufgebaut, die Gefahrensituationen simulierten. Dabei lernten die Grundschüler, was man bei einer Eisrettung lieber unterlassen sollte, und wie man’s richtig macht. Eine sichere Rettungsaktion könnte dann zum Beispiel so ablaufen: „Hilfe, Hiiiilfe!“, schreit ein Mädchen, das soeben auf dem Eis eingebrochen ist. Ihre Mitschüler eilen zu Hilfe: „Schnell, halt‘ dich am Schal fest!“, ruft einer und wirft ihr vom Uferrand aus das Ende seines Schals zu. Mit vereinten Kräften schaffen es alle zusammen, ihre Klassenkameradin herauszuziehen.
Bei dieser Übung lernten die Buben und Mädchen eine wichtige Regel bei der Eisrettung kennen: Grundsätzlich darf ein Verunglückter nur mit einer „Armverlängerung“, wie zum Beispiel einem Ast, einem Rettungsring oder - wenn nichts dergleichen vorhanden - auch einem Schal, gerettet werden. Denn ohne Armverlängerung ist die Gefahr, vom im Todeskampf befindlichen Ertrinkenden selbst ins Eisloch gezogen zu werden, einfach zu groß.
Falls ein Schal allein nicht ausreicht, könnten auch mehrere Kleidungsstücke wie Anoraks, Schals, Pullis etc. zusammengeknotet werden und damit ein langes Rettungsseil gebunden werden, wie Matthias Praschl und Lukas Dümmler von der DLRG-Jugend Bayern den Kindern demonstrierten.
Ein paar Tricks, wie es leichter geht, hatten die Schulteamer dennoch auf Lager. Weil es so schwer ist, sich selbst aus dem eingebrochenen Eis zu helfen, wurde in der Turnhalle aber eben auch besonders die Fremdrettung eingeübt - und zwar auf eine Art und Weise, wie die Retter selbst nicht in Gefahr geraten. Am besten sollten die Rettungspersonen daher nicht selbst aufs Eis gehen, sondern möglichst vom Ufer aus eine Armverlängerung zuwerfen.
Neben wichtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen (warme Decke etc.) wurden auch wichtige Fragen beantwortet - z.B. „woran erkennt man, dass das Eis tragfähig ist?“ oder „wie setzt man richtig einen Notruf ab?“. ms
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