Lechrain - Die Kommunen im Landkreis Landsberg stimmen in ihren Gemeinderäten derzeit über die Aufstellung eines sogenannten „gemeinsamen sachlichen Teilflächennutzungsplans Windkraft“ ab.

Bei Denklingen scheinen die Voraussetzungen für Windkraft günstig zu sein, zwei Windräder stehen dort. ms
Auf diesem Wege können sich die einzelnen Gemeinden ein Mitspracherecht sichern, auf welchen Flächen im Gemeindegebiet sie Windkraftanlagen dulden wollen und wo nicht. Die Gemeinden Apfeldorf, Reichling und Denklingen haben der Aufstellung des gemeinsamen Teilflächennutzungsplans bereits zugestimmt, der Gemeinderat Kinsau will darüber voraussichtlich im März in einer seiner Sitzungen entscheiden.
Der Landkreis hat den Kreisgemeinden diesen Aufstellungsbeschluss empfohlen. Hintergrund: Windkraftanlagen sind im Außenbereich privilegierte Vorhaben. Daher kann eine Gemeinde den Bau eines Windrades nicht einfach ablehnen - es sei denn, es sind dafür Gebiete im Flächennutzungsplan vorgesehen.
Bereits zuvor hatte der Landkreis ein Standortgutachten Windkraft für das gesamte Landkreisgebiet beim Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München in Auftrag gegeben (wir berichteten), auf dessen Grundlage dann ein Flächennutzungsplan erfolgen kann. Die Ergebnisse werden bis Ende Februar/Anfang März erwartet.
In vielen Gemeinde ist allerdings bereits Eile geboten: „Zwischenzeitlich mehren sich die Standortanfragen für Windkraftanlagen“, erklärte Andreas Graf vom Landratsamt Landsberg. Und für Gemeinden, die dem gemeinsamen Plan jetzt zustimmen, gilt: Sie haben somit die Möglichkeit, Genehmigungsanträge für Windkraftanlagen erst einmal zurückzustellen.
Einige Gemeinderäte in den Lechraingemeinden fürchteten zunächst, dass sie mit der Zustimmung irgendwelche Standorte durch das Gutachten „aufgedrückt“ bekämen. Dies sei jedoch nicht der Fall, wie die betreffenden Bürgermeister versicherten: Denn die Planungshoheit bleibt immer noch bei den einzelnen Gemeinden - sprich, diese dürfen entscheiden, ob die im Gutachten vorgeschlagenen Standorte für sie in Ordnung sind oder nicht. Der Tenor in den Lechrain-Gemeinden war schließlich, dass es wesentlich riskanter wäre, überhaupt keinen Flächennutzungsplan aufzustellen: Denn dann könnte schon morgen irgendein Investor kommen und ein Windrad genau da hinsetzen, wo es überhaupt nicht erwünscht wäre.
Wie Wolfgang Hentschke, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Reichling, erläuterte, würden wahrscheinlich die günstigsten Gebiete für Windräder im Südwesten des Landkreises Landsberg liegen, günstige Voraussetzungen wären vermutlich in der Umgebung von Denklingen. Der Nordosten des Landkreises sei wegen Flugzonen weniger geeignet.
Manuela Schmid
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.