Anzing - Ganz im Zeichen der Fotovoltaik steht die nächste Sitzung des Anzinger Gemeinderats am kommenden Dienstag. Es geht um die Schule, die Schulturnhalle und ein Wohnhaus. Aber es gibt auch Überlegungen, südlich entlang der A 94 einen Solarpark zu bauen.
Die Firma Envalue GmbH aus Hofkirchen bei Passau hat, eigenen Angaben zu Folge, erhebliche Erfahrungen beim Bau von Solaranlagen auch im größeren Stil. Auf ihrer Homepage im Internet verweist das niederbayerische Unternehmen auf zahlreiche Referenzen sogenannter Solarparks. Auch in Italien, Spanien oder Griechenland sind Projekte zu finden. Möglicherweise kommt bald schon ein neuer Standort hinzu. Entlang der Autobahn A 94, auf der südlichen Seite, könnte ein weiterer Solarpark entstehen. Das Vorhaben wird am kommenden Dienstag, 7. Februar, öffentlich im Anzinger Gemeinderat vorgestellt. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr.
Das, was das Unternehmen beabsichtigt, ist vergleichbar mit den Überlegungen, die erst vor ein paar Wochen auch in der Nachbargemeinde Forstinning angestellt wurden (wir berichteten ausführlich). Envalue-Geschäftsführer Johann Kress sagte auf Anfrage der EZ, dass derzeit noch Gespräche mit Landwirten bzw. Grundstückseigentümern geführt werden. Rund ein Dutzend muss er unter einen Hut bekommen, um das Projekt verwirklichen zu können. Teils seien die Gespräche schwierig, teils seien die Gesprächspartner sehr offen gewesen, meinte er. Der Grundtenor jedoch sei bislang positiv gewesen.
Wie genau sich die Zuschussregeln entwickeln werden, ist derzeit nicht bekannt. Kress spricht daher von einem „Schatten des Ungewissen“, der noch über dem Gesamtprojekt liegt. Der Geschäftsführer: „Die Rechtssicherheit fehlt uns noch“.
Geplant ist jedenfalls ein Solarpark auf rund sieben Hektar Fläche. Hier soll mittels einer Kollektorfläche von rund 65 000 Quadratmetern 3,5 Megawatt Strom erzeugt werden. Die Anlage wäre damit etwas größer als das, was Forstinning gerade plant.
Das Gesamtkonzept sieht zudem eine Betreibergesellschaft in Form einer GmbH und Co. KG vor, deren Sitz in Anzing wäre. Das ist wichtig bei der Frage nach dem Verbleib der Gewerbesteuer. Kress betonte, dass daran gedacht sei, insbesondere auch private Investoren ins Boot zu holen.
Bürgermeister Franz Finauer bemerkte im Vorfeld der Sitzung, dass besonders noch Absicherungsfragen zu klären seien. Auch ein städtebaulicher Vertrag müsse in Erwägung gezogen werden. Ein Problem sieht er derzeit noch im zeitlichen Ablauf. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass bis Juni alles erledigt sein wird“, meinte er skeptisch.
Der Rat befasst sich am Dienstag obendrein mit weiteren Fotovoltaik-Projekten. Dabei geht es um die Frage, Strom auf den Dächern der Grundschule, der alten Turnhalle und des Wohnhauses in der Gartenstraße 13 zu erzeugen. Was die Schule angeht, liegt der Verwaltung obendrein ein Antrag der Grünen vor, die auf dem Süddach bis Mitte des Jahres eine Anlage errichtet haben möchten. Die Fotovoltaik sollte nach Willen der Grünen von der Gemeinde selbst betrieben werden. Aber auch hier ist Eile geboten. „Da die Einspeisevergütung für Fotovoltaikanlagen voraussichtlich zum 1. Juli erneut reduziert wird, ist es vorteilhaft, diese Investition in den nächsten Monaten zu tätigen. Für die Gemeinde lassen sich dadurch auch dauerhaft Einnahmen erzielen“, heißt es im Antrag der Grünen-Fraktion.
Von Jörg Domke
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