Markt Schwaben - Bayernweit bekannt wurde die Carsharing-Union Markt Schwaben 1997, als sie sich das Kürzel C.S.U. zulegte. Und damit den Einzigartigkeitsanspruch einer hiesigen christlich-sozialen Partei berührte. Inzwischen lacht man bei den Autoteilern über den Namensstreit von damals.

Der Vorstand der Car Sharing Union: Jens Landheim, Franz Wallisch und Peter Söllner (v.li.). Foto: jödo
Franz Wallisch, Jens Langheim und Peter Söllner aus der Führungsriege der Carsharing-Union Markt Schwaben geben ja gerne zu, dass ihnen der Namenstreit mit der CSU vor nun auch schon über 14 Jahren durchaus Publicity eingebracht hatte. Inzwischen ist aus der C.S.U. längst die CMS geworden. Inzwischen fahren fünf dunkelrote Fahrzeuge in und um Markt Schwaben umeinander, die von derzeit 43 Mitgliedern zeitweise gebucht werden können. Mitglieder - das sind im Fall Markt Schwaben auch eine Firma aus Forstinning, das ist ein Verein (DAV). Und das ist, seit ein paar Monaten, auch die Gemeindeverwaltung.
Stolz ist man in der Marktgemeinde, dass es zudem enge Kooperationen mit benachbarten Sharing-Initiativen gibt, so dass im Bedarfsfall auch mehr Fahrzeuge bereitgestellt werden können. Zudem existiert eine Zusammenarbeit auch mit der Autosharing-Sparte der Deutschen Bahn.
Ein konkreter Fall aus der jüngsten Vergangenheit: Verwandtschaftsbesuch im südlichen Sauerland. Der Markt Schwabener Kunde fuhr zunächst mit der Bahn regulär nach Kassel, übernahm dort einen Pkw der DB-Car-Sharing und setzte seine Reise damit fort bis in die Nähe von Siegen. Peter Söllner, ein überzeugter Autoteiler: „Das ist allemal günstiger als ein Mietauto.“
Das Buchen ist, so versichern sie, kinderleicht. Eine Reservierung kann bis zu einem Jahr im Voraus geschehen, Stornierungen können kostenfrei kurzfristig bis zwei Stunden vorher vorgenommen werden.
Für Peter Söllner, verheirate und Vater dreier Kinder, ist das Autoteilen insbesondere eine finanzielle Herzenssache. Er weiß von Berechnungen des österreichischen Automobilverbandes, der monatliche Kosten für einen eigenen Pkw auf 450 bis 700 Euro taxierte. Da er sich aus tiefster Überzeugung für das Sharing entschieden habe, werde bei ihm im Familienbudget eine Entlastung kolossal spürbar, sagt er. Voraussetzung sei aber: Die Fahrleistung pro Jahr bleibt bei unter 10 000 Kilometer. Vor einigen Wochen hatte die CMS in Markt Schwaben mit einer groß angelegten Werbeaktion in den Haushalten auf sich aufmerksam machen wollen. Ein durchschlagener Erfolg wurde sie nicht. Und dennoch überlegt man sich gegenwärtig ernsthaft, einen sechsten Wagen anzuschaffen. „Wer rechnen kann und den Umweltaspekt zudem im Hinterkopf hat“, so die drei CMS-Vertreter, der habe genug Motive, um einzusteigen bei der Sharing-Initiative in Markt Schwaben.
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