Markt Schwaben - Eine 61-jährige Diabetikerin aus Markt Schwaben verdankt der dreijährigen „Fibi“ ihr Leben. Die Mischlingshündin hat Nachbarn auf die hilflos in ihrer Wohnung liegende Frau aufmerksam gemacht.

© J. Dziemballa
Braver Hund: Helga Wiszt mit ihrer dreijähigen Fibi, auf die sie sehr stolz sein kann.
Mehrmals am Tag geht Helga Wiszt mit ihrer „Fibi“ Gassi. Wenn das Duo zurückkehrt, setzt sich die Hündin vor die Eingangstür und wartet, bis Frauchen den Schlüssel im Türschloss umdreht und Einlass gewährt in die vertrauten vier Wände. Doch an diesem Mittwoch ist alles anders.
„Schon am Vormittag nach unserem ersten Spaziergang hat sich Fibi nicht vor meine, sondern vor die Tür meiner Nachbarin gesetzt und gewinselt. Das war das erste Mal, dass sie das gemacht hat“, berichtet Helga Wiszt. Sie habe sich anfangs nichts weiter dabei gedacht. Als der Hund Stunden später nach der abendlichen Runde allerdings auf gleiche Weise reagierte und erneut in die Wohnung gegenüber wollte, wurde die Kinderpflegerin misstrauisch. „Ich dachte, vielleicht hat die Nachbarin etwas ausgeschüttet, das der Hund riecht und aufschlecken will.“
Helga Wiszt klingelt bei der 61-Jährigen, die alleine in ihrer Wohnung lebt und keine besonders enge Beziehung zu Mischlingshündin „Fibi“ pflegt. Da niemand öffnet, wendet sich die Hundebesitzerin an einen Nachbarn, von dem sie glaubt, dass er einen Schlüssel hat. Doch: Fehlanzeige. Zusammen gehen die beiden ums Haus, um durch die Balkontür in die Erdgeschosswohnung zu schauen. „Da haben wir sie dann gesehen. Am Boden. Völlig hilflos,“ sagt Helga Wiszt, die glaubt, „dass die Arme da seit den Morgenstunden lag“.
Fibi“, die kleine Lebensretterin, hat von all dem nichts mitbekommen. Sie kaut zu Hause zufrieden an ihrem Ochsenziemer, den es als Belohnung gab. Und das ist nicht alles. Jede Menge „Streicheleinheiten“ werden folgen - vom Frauchen und von der Nachbarin, wenn diese wieder zu Hause ist.
Von Michael Acker
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