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Hohenlinden: Mit dem Handy aufs alte Schlachtfeld

Mit dem Handy aufs alte Schlachtfeld

Hohenlinden - Museen sind keine statischen Angelegenheiten mehr. Sie unterliegen einem Prozesscharakter. Deshalb basteln der Verein „Hohenlinden 2000“ und die Gemeinde heuer an mehreren Projekten.

44 000 Euro für hochmoderne Museumstechnik: (v.l.) Vereinschef Martin Hubner, Dr. Ingo Krüger (Stiftungsvorstand), Peter Waßmann (Sparkassenvorstand) und Ludwig Maurer (Bürgermeister). Dazu Statisten in alten Gewändern. Foto: dz

44 000 Euro für hochmoderne Museumstechnik: (v.l.) Vereinschef Martin Hubner, Dr. Ingo Krüger (Stiftungsvorstand), Peter Waßmann (Sparkassenvorstand) und Ludwig Maurer (Bürgermeister). Dazu Statisten in alten Gewändern. Foto: dz

Eines besteht darin, die Ausstellung rund um die Schlacht von 1800 auch in französischer Sprache anzubieten. Schließlich gab es und gibt es immer wieder auch Besucher aus dem westlichen Nachbarland, die sich mit den historischen Ereignissen hierzulande auseinandersetzen möchten. Alle im Museum vorhandenen inhaltlichen Angebote sollen auch Franzosen sprachlich zugänglich gemacht werden, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Vereins Hohenlinden 2000.

Ein traditioneller Radweg zu den Hauptstationen der Schlacht schwebt den Verantwortlichen schon seit Jahren im Kopf. Dazu hat man inzwischen 16 Stationen ausgewählt, die per Rad, zu Fuß oder auch mit Hilfe guter Anbindungen an den öffentlichen Personennahverkehr erreicht werden kann. An den Stationen selber stehen eine Sitzbank und eine Stele mit einem erläuternden Text.

Die dritte Neuerung hat unmittelbar mit dem Radlweg zu tun. Der bildet nämlich die Basis für ein „digitales Außenmuseum“. Zur Navigation kommt ein mit einem Smartphone-Handy gekoppeltes GPS-System als sogenanntes App zum Einsatz. Am Schauplatz des Geschehens kann man sich also über den Bildschirm des Handys in Form von Bildern, Videosequenzen, Animationen oder Audioinformationen zeigen und erklären lassen, wie die Schlacht vor 211 Jahren abgelaufen ist. Start wird zur Mitte des Jahres sein, so der Vorsitzende des Vereins „Hohenlinden 2000“, Martin Hubner.

Diese Technologie ist in der Museumspädagogik noch relativ neu. Es gibt bayernweit kaum vergleichbare Dinge. Um so wichtiger war es für die Hohenlindener, mit der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg und der Bayerischen Sparkassenstiftung zwei Partner gefunden zu haben, die das Projekt zum einem großen Teil finanzieren.

Nun fand dazu eine feierliche Übergabe eines symbolischen Schecks im Rathaus statt. Der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Ingo Krüger, sagte, dass sich sein Haus nicht nur als Geld-, sondern auch als Ideengeber verstehe. Für die Stiftung sei Hohenlinden ein Vorzeigeprojekt. Hier werde versucht, Kultur so zu vermitteln, dass sie bei möglichst vielen Menschen, insbesondere aber auch bei Jugendlichen, ankomme. Mit Augenzwinkern fügte er an, dass es hier gelingen werde, aus einer „granatenhaften Niederlage“ der Bayern noch eine Sternstunde zu machen.

Sparkassenvorstand Peter Waßmann betonte, dass das Engagement der Kreissparkasse die Verbundenheit seines Hauses mit der Region zum Ausdruck bringe.

Martin Hubner bedankte sich bei allen bisherigen Unterstützern. Der Radlweg sei ein Herzenswunsch seines verstorbenen Vorgängers Alfons Nagl gewesen, meinte er. Und ein Großprojekt, immerhin führe er durch vier Landkreise und fünf Kommunen. „Hohenlinden 2000“ engagiere sich seit 1995 darum, die Geschichte rund um die historische Schlacht vom 3. Dezember 1800 insbesondere aus der Sicht der Betroffenen aufzuzeigen, ohne irgendetwas zu glorifizierend. Speziell mit den Festlichkeiten im Jahr 2000 sei es gelungen, im Ort weitgehend ein neues Geschichtsbewusstsein zu erzeugen. Der historische Radlweg und das digitale Außenmuseum seien zwei weitere Projekte, die geeignet seien, in diesem Sinne weiterzuwirken.

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