Miesbach - Der Schock kam kurz nach der Mittagspause: Gestern ist ein Schwelbrand in der Schreinerei Birmoser in Miesbach ausgebrochen. Die Ursache ist noch ungeklärt.

© Plettenberg
Die ausgebrannte Schreinerei
So richtig fassen kann er sein Unglück noch nicht. Andreas Birmoser (55) läuft nervös mit einer Strickmütze und einem blauen Anorak vor seiner Schreinerei auf und ab. Der starke Rauch schneidet ihm fast die Luft ab, er hustet.
Am Dach stehen Feuerwehrmänner im Korb der Drehleiter und spritzen Wasser in den Kamin, im Inneren der Werkstatt sieht es wüst aus. Der Boden ist schwarz, die Fenster auf der Rückseite hat es komplett herausgedrückt, verkohlte Bretter liegen kreuz und quer. „Als ich von meiner Mittagspause zurück gekommen bin, habe ich den Rauch gesehen“, sagt er. Sein Sohn hat daraufhin sofort die Feuerwehr alarmiert. „Wie es ausschaut, ist alles kaputt.“
Nach und nach lichtet sich die Rauchmauer in der Schreinerei, am Eingang rattert ein Entlüfter, vom schneebedeckten Dach rauscht Schmelzwasser in Bächen zu Boden. Die ersten Feuerwehrmänner kommen mit Atemschutzmasken heraus, rollen Schläuche zusammen. Am Hof löscht ein Kollege eine Palette mit Restholz, die die Einsatzkräfte ins Freie gerollt haben, Qualmschwaden tänzeln darüber. Es stinkt. Ein paar Passanten stehen herum, schauen verdutzt.
„Der Brandherd ist bis auf ein paar Glutnester aus“, sagt Einsatzleiter Andreas Thrainer, Kommandant der Feuerwehr Parsberg. Er und seine Kollegen haben schnell alles unter Kontrolle gebracht. „Als der Brand ausgebrochen ist, war niemand in der Schreinerei.“ Auch die Anlieger im angrenzenden Wohntrakt waren außer Haus. Nur in ein Apartment ist Ruß eingedrungen. Birmoser selbst wohnt in Hausham. Aber ein Anwohner lebt mit seiner Familie neben der Schreinerei. Er sieht blass aus, der Schock sitzt ihm tief in den Knochen. „Glücklicherweise ist niemandem was passiert.“
Marlene Kadach
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