Zwei Busse mit gut 100 Leuten von Miesbach sind zur letzten Generalaudienz aufgebrochen, die Benedikt XVI. auf dem Petersplatz in Rom gab.

Gut 100 Miesbacher in Rom

So war die letzte Generalaudienz

Rom/Kleinpienzenau – Wer den Papst sehen will, muss früh aufstehen: Um 5.30 Uhr sind am Dienstag zwei Busse mit gut 100 Leuten von Miesbach aus zur letzten Generalaudienz aufgebrochen, die Benedikt XVI. auf dem Petersplatz in Rom gab.

Im Bus saß auch Karl Steininger (73) aus Kleinpienzenau, Landeshauptmann der Gebirgsschützen. Kurz nach der Audienz erzählt er per Handy von strengen Kontrollen und der Bayernhymne.

Herr Steininger, Hunderttausende sind auf den Petersplatz geströmt, um den Papst zu verabschieden. Haben Sie da noch einen Platz gekriegt?

Ja, wir standen ganz vorne bei der Treppe zum Petersdom. Aber wir waren auch schon um 7.30 Uhr in der Früh dort.

Klingt unkompliziert.

Naja, am Einlass war es schon etwas stressig. Die Kontrolle war so streng wie am Flughafen. Und bei unseren Gebirgsschützen-Medaillen hat der Detektor öfters gepiepst (er lacht). Aber wir sind reingekommen.

Und nach der Sicherheitskontrolle: Wie war die Stimmung am Petersplatz?

Ich war zwar schon oft in Rom, aber so etwas habe ich noch nie erlebt: Leute aus allen Nationen waren versammelt, und alle waren begeistert. Sie haben Flaggen ihrer Länder und Plakate mit Dankessprüchen geschwenkt. Vor allem die Römer haben wirklich gute Stimmung gemacht. Aber der schönste Moment für uns war, als die Traunsteiner Kapelle – die bei uns ja auch im Bus saß – die Bayernhymne am Petersplatz spielte. Wir haben natürlich laut mitgesungen.

Das hat dem bayerischen Papst sicher gefallen.

Oh ja, er hat sich danach auf Deutsch bei den Musikern bedankt. Am Schluss ist er mit dem Papamobil auch an uns vorbeigefahren.

Hautnah dabei. Und, wie sah der Heilige Vater aus?

Am Anfang angespannt, nach der Generalaudienz wirkte er allerdings irgendwie erleichtert.

Ein erleichterter Pontifex. Sie können seine Entscheidung also nachvollziehen.

Zunächst war ich schon bedrückt, aber ich respektiere seine Entscheidung. Er hat eben deutsche Gründlichkeit walten lassen (er lacht).

Bayernhymne, bairischer Dialekt. So schön zünftig wird es mit dem nächsten Papst wohl nicht mehr werden.

Ja, das bedauern wir Gebirgsschützen schon ein wenig. Aber jetzt suchen wir in der Nähe des Petersplatzes erstmal eine Lokalität, wo es ein gescheites Bier gibt.

Das Gespräch führte Marlene Kadach.

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