„Gewaltige Einsatzbereitschaft“: Mit einem dicken Lob verabschiedete sich Kreisbrandrat Michael Röhrl bei der Tagung in der Schlierseer Vitalwelt von den 38 Kommandanten der Landkreis-Feuerwehren. Foto: Andreas Leder

Über 100 Menschen aus Gefahr gerettet

Landkreis - Michael Röhrl ist stolz auf seine Männer. Der scheidende Kreisbrandrat lobte bei seiner letzten Tagung mit den 38 Feuerwehr-Kommandanten des Landkreises die „gewaltige Einsatzbereitschaft“ der 2000 Floriansjünger.

Die Aktiven in allen Gemeinden hätten sich wieder „unermüdlich“ in den Dienst am Nächsten gestellt, betonte er in der Schlierseer Vitalwelt. Im vergangenen Jahr mussten die Feuerwehren zwischen Otterfing und Bayrischzell insgesamt zu 1707 Einsätzen ausrücken - unter anderem waren 235 Brände zu löschen. Über 100 Personen retteten die Feuerwehren aus einer Gefahrensituation.

Röhrl übergibt Ende Juni die Führung der Landkreis-Feuerwehren an Anton Riblinger aus Otterfing. Er verabschiedete sich von mehr als 70 Mitarbeitern in den Gemeinden. Die „vielen neuen Kommandanten“, die kürzlich in den Dörfern gewählt wurden, sieht er als Gewinn. Er wünschte sich, dass die „flächendeckende Zusammenarbeit“ der Führungskräfte in den 37 Wehren und der Werksfeuerwehr in der Gmunder Papierfabrik Louisenthal weiter ausgebaut werde.

Eine Hiobsbotschaft hatte das Jahr 2012 beendet. „Ich bedaure sehr, dass die Feuerwehr in Marienstein aufgelöst worden ist“, seufzte der Kreisbrandrat. Nur eine Handvoll Männer war zuletzt übrig geblieben in dem Waakirchner Ortsteil. Sogar Kommandant Werner Kirchner fand die Auflösung nur folgerichtig. Als Ursache gab er den häufigen Kommandantenwechsel der vergangenen Jahre an. Röhrl findet es „schade“, dass in Marienstein der Grundsatz „Einer für alle, alle für einen“ offenbar nicht mehr mit ausreichend Leben zu füllen gewesen war.

Bei den Einsätzen der Wehren, die Kreisbrandinspektor Ludwig Kühnlenz (Tegernsee) bilanzierte, mussten fünf Großbrände gelöscht werden sowie 17 mittlere und 65 Kleinbrände. Dabei wurden 20 Menschen gerettet. Gebrannt hatte es meistens in Hotels und Gaststätten (42), in Kliniken, Heimen und Sammelunterkünften für Asylbewerber (35) sowie in Autos nach Verkehrsunfällen (31). Nach wie vor stark gefordert sind die Wehren auf den Straßen: 116-mal musste man bei Verkehrsunfällen helfen, 114-Mal waren Ölspuren zu beseitigen. 64 Einsätze betrafen Rohrbrüche, Hochwasser, Überschwemmungen und Eisstau. Um Sturmschäden zu beseitigen, rückten die Wehren 76-mal aus.

Nicht mehr helfen konnten die Feuerwehren 15 Menschen, die hauptsächlich bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen. Zum Teil übernehmen die Wehren sogar Erste-Hilfe-Einsätze, wenn sie als „First Responder“ unterwegs sind. Hier konnte im Vorjahr 50 Menschen geholfen werden.

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