Überwuchert und unterspült: Schlecht begehbare Wanderwege wie diesen zur Königsalm bei Kreuth gibt es im Landkreis zuhauf. Das soll sich jetzt ändern. Foto: kn

Wegesanierung soll Tritt fassen

Landkreis - Sie sind das Aushängeschild einer Wanderregion: die Bergwanderwege. Deren Zustand soll jetzt auf Dauer verbessert werden. Künftig werden sich zwei Wegegemeinschaften um den Unterhalt kümmern.

„Betroffene zu Beteiligten machen“ - unter dieses Motto hatten Gebietsbetreuer Marco Müller und der Deutsche Alpenverein ein landkreisweites Treffen in Fischbachau gestellt. Anlass war der schlechte Zustand vieler Wanderwege. Deren Erhaltung ist eine historisch gewachsene Aufgabe des Alpenvereins, doch für die zwölf Sektionen im Landkreis wird es immer schwieriger, freiwillige Helfer für die anstrengende Arbeit zu gewinnen. Auch die zunehmenden Starkregenereignisse der vergangenen Jahre erschweren den Wegeunterhalt. Die Rotwandwegesanierung im vergangenen Jahr hat deutlich gemacht, wie anstrengend solch ein Unterfangen sein kann.

Bei der Versammlung wurde deshalb der Grundstein für eine Neuorganisation gelegt. Künftig soll es nach Tiroler Vorbild Wegegemeinschaften geben, in denen Vertreter von Forst-, Jagd- und Almwirtschaft, Bergbahnen, Gemeinden, Landkreis und Tourismusverbänden zusammenarbeiten. „Da das Gebiet so umfangreich ist, teilen wir die Arbeit auf zwei Bereiche auf“, erklärt Müller. Die Grenzen sind noch nicht genau festgelegt, werden sich aber an den Bereichen der zuständigen DAV-Arbeitsgebiete orientieren. Die Grenze der beiden Gebiete könnte laut Müller entlang der gedachten Linie Gindelalmschneid-Stümpfling-Stolzenberg verlaufen.

Ziel der Gemeinschaften soll es sein, dem DAV unter die Arme zu greifen und zusammen die Sanierung der Bergwege in Angriff zu nehmen. Das Angebot reicht von der Vermittlung von Hubschraubereinsätzen zum Transport von Wegebaumaterial über die Bereitstellung von Maschinen bis hin zu Zuschüssen. „Der intakte Zustand der Wege soll dann auch gehalten werden“, versichert Müller. Welche Personen an der Spitze der Gemeinschaften stehen, muss noch geklärt werden. Die Gründung soll in Kürze stattfinden. Landrat Jakob Kreidl will die Schirmherrschaft übernehmen, um die Bedeutung des Projekts für Natur und Tourismus zu untermauern.

Beim Alpenverein ist man froh über die Initiative. „Wenn wir keine Freiwilligen für den Unterhalt finden, müssen wir Wege auch mal sperren“, berichtet der Vorsitzende der Ortsgruppe Schliersee, Ralf Hertlein. Frieder Scholz, Vorsitzender im Leitzachtal, bringt einen anderen Aspekt ins Spiel: „Der Zustand unserer Wege hat sich nicht unbedingt verschlechtert, sondern die Ansprüche der Touristen sind gestiegen. Früher war es kein Thema, wenn mal ein Weg etwas sumpfig war. Heute beschweren sich die Leute gleich.“ Überhaupt sei die Anzahl der Wanderer gestiegen. Sepp Stiller, Geschäftsführer eines Holzfällunternehmens aus Bayrischzell, bestätigt das. Er sieht den Touristen-Ansturm auf die Berge als Grund für den teilweise schlechten Zustand der Wege. „Das Schlimmste steht den Wegen erst noch bevor“, vermutet Stiller. „Es wird ja immer mehr Tourismusprogramm angeboten. Meiner Meinung nach muss man viel nachhaltiger arbeiten.“

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