Vogelhaus-Vielfalt: In Karl Hartmuths Haus in Hammer, hier eine Wand an der Kellertreppe, finden sich unterschiedlichste Exemplare.

Der 1000-Vogelhäuschen-Mann

Fischbachau - Karl Hartmuth aus Hammer bei Fischbachau hat ein Ziel. 1000 Vogelhäuser will er bauen. 200 hat er schon. „Ich bin wie der Michel aus Lönneberga“, sagt der 70-jährige Rentner und lacht. „Wenn ich mich was ärgert, geh’ ich hier runter zum Schnitzen.“ Nur, dass Hartmuth keinen Schuppen in Südschweden hat, sondern einen Keller in Oberbayern.

Angefangen hat alles vor etwa 18 Jahren. Hartmuth war mit seiner Frau Christl (62) in den USA unterwegs. In der Nähe von Seattle entdeckte er ein Geschäft, das eine enorme Anzahl an Vögelhäuschen verkaufte. „Da hab’ ich mir gedacht: Das mach’ ich auch“, sagt der Hobby-Schnitzer. Nur mit dem Unterschied, dass Hartmuths Exemplare nicht zu kaufen sind. „Sonst werd’ ich ja nie fertig“, sagt der gebürtige Murnauer. Die Anzahl hat er sich als Ziel gesetzt, „damit ich einen Antrieb hab’“. Und noch aus einem anderen Grund: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemand im Guinness- Buch der Rekorde gibt, der 1000 Vogelhäuser hat.“

Sein wohnzimmergroßer Keller ist mit allem ausgestattet, was das Heimwerker-Herz höher schlagen lässt: Tischsäge, Bandsäge, Schleifgerät und Schnitzeisen warten auf ihre Bestimmung, in der Ecke steht ein Radio. „Der Einsatz ist gering“, erklärt Hartmuth. Abfallholz ist im Baumarkt billig zu haben. „Mehr brauchst du nicht.“

Dann legt er los. Skizzen braucht er keine. Herauskommt immer etwas anderes, kein Häuschen gleicht dem anderen. Es gibt klassische mit Schindeln auf dem Dach, mehrstöckige bestehend aus Nistkasten und Futterstelle sowie bunt angemalte mit Motto. So entstand schon eine Vogel-Waschananlage oder ein Drive-In für Vögel. Wann er die magische Grenze von 1000 Stück erreichen wird, weiß Hartmuth nicht.

(Julia Pawlovsky)

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Donnerstagsausgabe von Miesbacher Merkur, Holzkirchner Merkur und Tegernseer Zeitung.

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