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Wohin des Wegs? Beim Adventure Race müssen die Teilnehmer verschiedene Stationen im Gelände ansteuern – und das schnell. Denn es gewinnt, wer am meisten gefunden hat.

Eine fordernde Schnitzeljagd

Bayrischzell - Wer diesen Sonntag im Raum Bayrischzell unterwegs ist, wird ihnen höchstwahrscheinlich über den Weg laufen: Knapp 30 Zweierteams, die im Gelände nach kleinen Fahnen suchen.

Der Wettbewerb ist noch vergleichsweise jung – jedenfalls in Europa. Seit 2010 findet die „Adventure Race“-Serie in Deutschland statt, jährlich an vier bis fünf Terminen. Regelmäßige Stationen sind Jena und Bayerwald. Heuer ist erstmals auch Bayrischzell an der Reihe. „Der Reiz liegt darin, dass man die Strecke selber planen muss“, erklärt Jürgen Jacob vom Münchner Veranstalter xpert marketing. Bei der Hatz durchs Gelände gibt es Pflichtpunkte und optionale Stationen, die alle grob auf der Karte eingezeichnet sind. Wer am Ende die meisten gefunden hat, gewinnt. Bei Gleichstand entscheidet die Zeit.

Was erst einmal wie eine ganz banale Schnitzeljagd klingt, ist gleichzeitig eine körperliche Herausforderung. 60 Kilometer und 2300 Höhenmeter müssen in der Challenger-Klasse zurückgelegt werden – falls die Sportler die Idealroute und alle Punkte schnell finden. In der Master-Klasse, die bereits am Samstag startet und auch nachts unterwegs ist, sind es ganze 122 Kilometer und 5500 Höhenmeter. Einsteiger können es mit 30 Kilometern und 300 Höhenmetern etwas ruhiger angehen lassen.

Seinen Ursprung hat diese Form des Orientierungslaufs in Neuseeland. „Dort gibt es seit den 1980ern jedes Wochenende Wettkämpfe“, sagt Jacob. In den vergangenen beiden Jahren fanden auch Rennen in und um München statt. „Das war eher eine Notlösung. Mit Bayrischzell haben wir dieses Jahr einen hervorragenden Ausgangsort gefunden“, sagt Jacob. „Es ist ein sehr schönes Umfeld für die Strecke.“ Der langjährige Orientierungsläufer kennt sich in der Region gut aus – Voraussetzung, um eine ansprechende und spannende Route zu planen. „An der Strecke basteln wir seit Monaten.“ Unterstützung erhält Jacob von der Bergwacht Leitzachtal, die eine Station betreut. Auch die Gemeinde musste er nicht lange überzeugen: „Die waren sofort Feuer und Flamme.

Wie bei jedem Rennen stehen auch Überraschungsstationen wie Klettern, Abseilen, Inlineskaten und Bogen- oder Lasergewehrschießen auf dem Programm – verraten will Jacob aber noch nichts. Die Teams werden schon noch drauf kommen. Falls sie den richtigen Weg finden

Start und Ziel sind im Kurpark in Bayrischzell. Am Samstag ist Start um 20 Uhr (Master), am Sonntag um 6 Uhr (Challenger) und 12 Uhr (Einsteiger). Zuschauer können Aktivitäten, die Teil eines Adventure Race sein können, ausprobieren: Slackline, Skibretterlauf, Hau-Ruck Rallye und vieles mehr. Zu jeder vollen Stunde startet zudem ein kleiner Orientierungslauf. Weitere Infos gibt’s im Internet auf www.adventurerace.de.

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