Mit der Diakonie Jugendhilfe Oberbayern, die Träger der Miesbacher Kinderkrippe ist, hatten sich die Stadträte bereits im Vorfeld auf eine Lösung verständigt. Diese sieht vor, dass die Zufahrt südlich im Bereich des bestehenden Tores und die Ausfahrt nördlich zur Münchner Straße mit Einbahnverkehr erfolgt. Links und rechts der Fahrgasse auf dem Gelände wird es seitlich angeordnete Parkplätze geben, acht davon für Mitarbeiter. Zwischen Zu- und Ausfahrt - je 3,50 Meter breit - schlug Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) vor, die Klostermauer komplett zu entfernen. Diese sei teilweise baufällig und die Sanierung kostenintensiv. Aus sicherheitsrechtlichen Gründen müsse das Gelände aber abgeschlossen sein. So könnte stattdessen eine Hecke gepflanzt werden. Das löste im Stadtrat eine lebhafte Diskussion aus.
„Das ist einer besten Vorschläge, den ich im Zusammenhang mit dem Kloster gehört habe“, sagte Peter Haberzettel (Grüne). „Da können wir wirklich Geld sparen.“ So sah es auch Jochen Holzkamm (SPD). „Das ist aus sicherheitstechnischen, optischen und finanziellen Gründen die praktikabelste Lösung.“ Grundsätzlich war auch Erhard Pohl (CSU) damit einverstanden. „Das Kloster kann man ruhig herzeigen.“ Jedoch gefiel ihm die Vorstellung einer Hecke nicht. Ihm schwebt stattdessen ein Eisenzaun vor - ähnlich wie bei Parkanlagen.
Völlig anderer Meinung waren Manfred Burger (Grüne), Florian Ruml und Michael Lechner (beide Freie Wähler). „Ein Kloster hat nunmal eine Mauer“, betonte Lechner. „Vielleicht kann man mit der Bürgerstiftung vereinbaren, die Mauer in Eigenleistung zu sanieren.“ Ruml habe von einem Miesbacher Maurer gehört, dass die Mauer völlig in Ordnung sei. „Die braucht nur Putz.“ Auch die CSU-Räte Christian Stanzer und Konrad Zehrer sprachen sich für den Erhalt aus. Wie es denn eigentlich mit dem Denkmalschutz aussehe, wollte Lechner daraufhin wissen. Gegen einen Abriss hätte das Landesamt für Denkmalschutz keine Einwände, sagte Pongratz. Bislang war davon auszugehen, dass die Mauer im Falle eines Abrisses im selben Stil neu errichtet werden muss (wir berichteten).
Beschlossen wurde letztlich mit 14:6-Stimmen folgendes: Die Mauer kommt weg, und die Fahrgasse auf dem Gelände wird auf vier Meter verbreitert. Dabei soll das Pflaster soweit wie möglich erhalten bleiben. Die Entscheidung darüber, wie die Lücke geschlossen wird, haben die Räte vertagt. Wann der Abriss der Mauer beginnt, kann Bauamtsleiter Lutz Breitwieser auf Nachfrage noch nicht sagen. „Die Mauer dient als hintere Abstützung des Gehwegs.“ Dafür müsse zuerst eine Lösung gefunden werden, ehe es dann in die Ausschreibung gehen kann.
(jpa)




















