Bayrischzell - Eigentlich soll am 28. Januar zum dritten Mal der Snowboard-Weltcup Station am Sudelfeld machen. Doch die Organisatoren müssen kurzfristig ein 30 000-Euro-Loch stopfen. Am Montag fällt die Entscheidung, ob die Veranstaltung trotzdem stattfinden kann.

Start fraglich: Ob Lokalmatadorin und Deutschlands Vorzeige-Snowboarderin Amelie Kober (hier beim bisher letzten Weltcup am Sudelfeld im Februar 2010) auch heuer am Sudelfeld an den Start gehen kann, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Foto: FIS / Oliver Kraus
Josef Lechner ist Optimist. „Der Termin am 28. Januar steht.“ Er sagt das mit großer Überzeugung. Dabei hätte der Bürgermeister von Fischbachau und Organisationschef des Snowboard-Weltcups am Sudelfeld derzeit allen Grund, weniger positiv zu reden. Ihm fehlen 30 000 Euro. Der zweite Hauptsponsor - neben der Kreissparkasse -, mit dem sich das Organisationskomitee (OK) bereits einig schien, hat überraschend abgesagt. Die einzige Snowboard-Veranstaltung in Deutschland passt nicht ins Marketing-Portfolio.
In einer Krisensitzung haben die Verantwortlichen am Montagabend diskutiert, wie es weitergehen soll, beziehungsweise ob das überhaupt möglich ist. „Ich bin da sehr optimistisch“, betont Lechner. „Wir bekommen das hin.“ Es gibt auch bereits positive Nachrichten. Am Dienstagmorgen war die Finanzierungslücke noch 37 000 Euro groß. Mehrere Gönner haben das Defizit jedoch bereits schmelzen lassen. Dennoch fehlt immer noch knapp ein Fünftel des insgesamt rund 150 000 Euro großen Budgets - ohnehin das kleinste im Rahmen der Welttournee des Internationalen Skiverbandes FIS.
Vom chronisch klammen Snowboard Verband Deutschland ist keine Geldspritze zu erwarten. „Das hat nichts mit wollen zu tun“, sagt Geschäftsführer Stefan Knirsch. „Das Geld wäre es definitiv wert. Aber wir können schlicht und einfach nicht.“ Der Verband werde versuchen, sämtliche finanziellen Möglichkeiten auszuschöpfen. Schließlich wäre eine Absage „ein fatales Signal für den Sport und die Region“.
Bezahlt werden muss die Veranstaltung aber trotzdem. Nur nicht vom Skigau, darin sind sich alle einig. „Der Verband kann auf keinen Fall das finanzielle Risiko tragen“, sagt OK-Chef Lechner. „Das werden wir nicht zulassen.“ Vielmehr sollen diejenigen in die Pflicht genommen werden, die profitieren - wie beispielsweise die Gemeinde Bayrischzell. Lechner erwartet „ein klares Signal, dass sie hinter dem Weltcup steht“. In den vergangenen Jahren ist der Wettbewerb immer ohne finanzielles Engagement der Kommune ausgekommen. Am kommenden Montag soll der Gemeinderat nun über eine Defizit-Absicherung entscheiden - sozusagen einen Rettungsschirm für die Snowboarder.
Bei Bürgermeister-Kollege Helmut Limbrunner rennt Lechner damit offene Türen ein. „Der Weltcup ist für unseren Ort dermaßen wichtig“, sagt er, „den dürfen wir nicht ausfallen lassen.“
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