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Geschäftsführer Hans-Jörg Rippe und Marketing-Fachfrau Brigitta Ammer im Foyer des Jodschwefelbads.

Ein Neuanfang fürs alte Bad

Bad Wiessee - Das geplante Medizinische Zentrum als Nachfolgerin des Jodbads wird frühestens in zwei Jahren stehen. Die Betreibergesellschaft „Gesundheitszentrum Jod-Schwefelbad GmbH“ nimmt bereits am 1. Juli ihre Arbeit auf.

Seit April hat Rippe (64), promovierter Psychologe aus Essen, ein Büro im Jodschwefelbad. Er arbeitet schon seit Jahrzehnten in der Gesundheitswirtschaft, ist mit den Strukturen vertraut und inzwischen als selbstständiger Berater tätig. Das Wiesseer Bad mit seinen heilkräftigen Quellen aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken, soll der krönende Schlusspunkt seiner Laufbahn werden. „Was wir hier machen, ist einzigartig in der Republik“, meint Rippe. Heißt: Quellen, die einst berühmt waren, wieder neu bekannt machen und in moderne Behandlungskonzepte einfügen. Die früheren Eigentümer des Bads, eine holländische Erbengemeinschaft, hätten es versäumt, nach dem Niedergang des Kurwesens die nötigen Schritte zur Weiterentwicklung einzuleiten, erklärt Rippe. Seit Ende 2011 gehört das Bad der Gemeinde Bad Wiessee. „Blitzschnell“, so Rippe, habe die Gemeinde seitdem die Weichen für die Zukunft gestellt. Zum 1. Juli nehme die Betreibergesellschaft die Arbeit auf, sie liege ganz in der Hand der Gemeinde. Ab Ende Juli könne er als Geschäftsführer die ersten Verhandlungen mit den Kassen führen, meint Rippe. Sein Ziel ist es, Verträge mit Sozialversicherungsträgern und Berufsgenossenschaften zu schließen. Große Hoffnungen ruhen dabei auf dem Bereich ambulante Reha. Seit dem 1. Januar sei es für Ärzte leichter geworden, ambulante Maßnahmen zu verordnen, erklärt Rippe. Die ambulante Reha wird – im Unterschied zur Kur von einst – zielgerichtet bei bestimmten Indikationen eingesetzt. Das Jodschwefelwasser wirkt zum Beispiel bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte und Neurodermitis, Rheuma, orthopädischen Beschwerden und Impotenz, sogar bei psychischen Nöten wie Traumata. „Patienten, die zum Toten Meer fahren, wäre besser geholfen, wenn sie hierher kämen“, erklärt Rippe. Es gelte, die Einsatzbereiche des Wassers bekannt zu machen, vor allem bei den Ärzten.

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