Der geplante Steg: Zwischen Länd (r.) und Macke-Anlage ist ein Uferpfad geplant. Zu einem kleinen Teil verläuft er über Land. Grafik: Stadt Tegernsee

Bürgerbegehren soll Tegernseer Steg stoppen

Tegernsee - Protest gegen den geplanten Steg: Seit Mittwoch werden in Tegernsee Unterschriften gegen den geplanten Steg gesammelt.

300 Unterschriften brauchen Vevi Köstler, Graf Albrecht von Perponcher und Andreas Weerth, damit das von ihnen initiierte Bürgerbegehren zugelassen wird. Das Prozedere ist Köstler vertraut: Sie gehörte schon 2003 zu dem kleinen Kreis, der ein Begehren in Gang brachte und schließlich einen Bürgerentscheid durchsetzte. Damals ging es um den Steg am Rathaus. Beim Entscheid am 12. Oktober 2003 votierten 64 Prozent der Tegernseer gegen einen Steg. Gebaut wurde er trotzdem: Nach Ablauf der Bindungsfrist von einem Jahr ließ der Stadtrat den Pfahlbau errichten. Jetzt soll der Rathaussteg seine Fortsetzung finden. Geplant ist ein 200 Meter langes Stück zwischen Länd und Macke-Anlage, das der Stadtrat bereits mit 11:5 Stimmen beschlossen hat. Etwa eine Million Euro wird er kosten, der Freistaat schießt 40 Prozent der Kosten zu. Die Ausschreibung läuft. Vevi Köstler und ihre Mitstreiter hoffen, dass sie den Stegbau noch stoppen können. „Es ist doch ein Wahnsinn, ein Ufer so zu verschandeln“, meint Köstler. Obendrein schade der Steg den Geschäften an der Hauptstraße: „Da gibt es dann gar keine Laufkundschaft mehr.“ Als Gründe ihres Widerstands gegen den Steg führen die Gegner an, die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen. Es sei nicht mit einer Belebung des Tourismus zu rechnen, der Steg schade der Entwicklung des leer stehenden Gasthofs Guggemos, zudem sei der Neubau des privaten Bootsverleihs völlig unangemessen. Bürgermeister Peter Janssen (Bürgerliste) hat im Auftrag des Stadtrats lange um den Steg gekämpft, Anlieger hatten vor Gericht geklagt. Dem neuerlichen Protest steht er gelassen gegenüber. Er vertraut auf die überzeugende Wirkung des Rathausstegs. Der sei so beliebt, dass ein Steg-Votum seiner Einschätzung nach positiv ausfallen werde. Die Ausschreibung für den Stegbau läuft. Ein Bürgerbegehren sei auch kein hinreichender Grund, sie zu stoppen, meint Janssen. Sollte ein Entscheid das Projekt kippen, könnten die Betriebe wegen des entgangenen Auftrags Schadenersatz fordern.

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