Gemeinde fördert Betreuung durch Tagesmütter

Bad Wiessee - Die Gemeinde Bad Wiessee sieht sich in der Pflicht: Künftig fördert sie auch die private Betreuung von Kleinkindern durch Tagesmütter.

Die Kinderkrippen in Tegernsee und Bad Wiessee sind vollständig ausgelastet. Wer seinen Nachwuchs dort unterbringen möchte, muss sich auf einer Warteliste einreihen. Manche Eltern sind daher gezwungen, auf das Angebot von Tagesmüttern oder auch -vätern auszuweichen. Die Gemeinde Bad Wiesee wird diese private Betreuungsform künftig finanziell fördern. Zwei Euro steuert sie pro Stunde und Kind bei. Die Unterstützung kommt den Eltern zugute.

Den Anstoß zur Förderung gab das Landratsamt Miesbach. Der Kreis zahlt pro Betreuungs-Stunde einen Satz von fünf Euro und forderte nun auch die Kommunen dazu auf, ihren Obolus zu leisten. Die Alternative, so teilte Bürgermeister Peter Höß in der Gemeinderatssitzung mit, wäre eine Erhöhung der Kreisumlage. Damit käme der Kurort aber deutlich schlechter weg. Einstimmig und ohne Diskussion hat sich das Wiesseer Gremium daher für die Stundenpauschale ausgesprochen.

Ein Schritt, den der Wiesseer Tagesvater Rolf Neresheimer sehr begrüßt. "Bisher waren wir im Vergleich mit den Krippen nicht wettbewerbsfähig", sagt der 49-Jährige. Daher hätten die Eltern nur dann auf das Angebot der Tagesmütter und -väter zurückgegriffen, wenn ihnen beispielsweise wegen mangelnder Krippenplätze keine andere Wahl geblieben ist. "Wir waren immer nur der Notnagel", erklärt Neresheimer. Mit der beschlossenen Förderung seien er und seine Kollegen nun in der Lage, einen ähnlichen Betreuungssatz anzubieten wie die Krippen. "Das hilft uns sehr", sagt Neresheimer.

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