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    • 11.04.13
    • Tegernseer Tal
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Mörderischer Hass

Anschlag auf Kollegen: Lauge ins Auge, Messer in Bauch

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Gmund - Ein Angestellter (35) der Papierfabrik Louisenthal hat im vergangenen Jahr einen Kollegen mit ätzender Lauge attackiert. Am Donnerstag hat der Prozess gegen den Mann begonnen.

Hinter den Mauern der Papierfabrik Louisenthal spielte sich der schreckliche Säure-Angriff ab. foto: AL

Hinter den Mauern der Papierfabrik Louisenthal spielte sich der schreckliche Säure-Angriff ab. foto: AL

Sein Satzbau ist kompliziert, immer wieder verwendet der Angeklagte in der Verhandlung vor dem Landgericht München II Fremdwörter. Mit monotoner Stimme redet er den ganzen Vormittag lang, ohne auch nur zu registrieren, dass die Zuschauer immer wieder entgeistert die Köpfe schütteln. Weil es kaum zu verstehen ist, warum der 35-jährige Chemie-Ingenieur am 11. Juli 2012 in der Papierfabrik Louisenthal in Gmund einem ihm nahestehenden Kollegen ätzende Natronlauge ins Gesicht schüttete, um sein Augenlicht auzulöschen und ihm starke Schmerzen zuzufügen. Als der Kollege lediglich "spinnst Du?" zu ihm gesagt habe, rammte ihm der Angreifer noch ein Messer in den Bauch.

Grund für diese brutale Attacke waren das, was Außenstehende als Sticheleien bezeichnen würden. So hatte der verhasste Kollege einmal die Sternzeichen aufgezählt und beim Wort "Jungfrau" den Angeklagten angeblickt, "obwohl ich Waage bin". Ein anderes Mal hatte das Opfer gesagt, dass der 35-Jährige nicht viel Erfahrung mit Frauen habe. So oder ähnlich äußerte sich das Verhalten des Kollegen, gegen den der Angeklagte im Laufe der vierjährigen Zusammenarbeit einen mörderischen Hass entwickelte. Einer anderen Kollegin, die für den Geschmack des 35-Jährigen zu viel redete, wollte er die Zähne ausschlagen und sie mit seinem Messer verletzen. Diese Attacke schlug fehl, weil andere Kollegen die Türe zuhielten.

Der mit Messer und Lauge attackierte 45-Jährige überlebte schwer verletzt. Bei ihm hat sich der Angeklagte inzwischen schriftlich entschuldigt und ihm 10.000 Euro Schmerzensgeld überwiesen. Laut psychiatrischem Gutachten war er wegen seines Verfolgungswahns nur eingeschränkt schuldfähig. Der Prozess dauert an.

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