Tegernseer Geschäftsleute kämpfen um Kundschaft

Tegernsee - Die Geschäftswelt an der Tegernseer Hauptstrasse tut sich schwer - trotz Verschönerungsmaßnahmen durch die Stadt. Jetzt soll die Initiative „Tegernseer G’schäftsleit“ für neuen Schwung im ganzen Ort sorgen.

Ausverkauf, Outlet-Ware, antiker Trödel, dazwischen leere Läden. Einige traditionsreiche Geschäfte halten die Stellung und locken die Lauf- und Stammkundschaft in die Läden. Eine pulsierende Geschäftsstraße in einem Touristenort sieht anders aus. Die Stadt Tegernsee hat bereits versucht, das Flanierstück zwischen Alpbach und Seesauna attraktiver zu machen: Überquerungshilfen für Fußgänger wurden angelegt, die Gehsteige verbreitert. Insgesamt 365 000 Euro wurden in die Verschönerungskur investiert. Und der Effekt?

„Die Laufkundschaft fehlt“, sagt Anton Staudacher junior (35). Er betreibt seit über einem Jahr hier ein Geschäft für Tauchzubehör und auch eine Tauchschule. Ihn hält über Wasser, dass im Sommer die Kunden ganz gezielt seinen Laden aufsuchen, weil er im ganzen Umkreis konkurrenzlos ist, seine Tauchschule und ein Online-Shop florieren. Eingesessene Unternehmen wie die Konditorei Lengmüller mit über 100-jähriger Familientradition halten ihre Kunden durch Können und Qualität. „Wir brauchen den richtigen Branchen-Mix für die Hauptstraße und Inhaber, die auch wissen, wie sie ihre Läden zu führen haben, dann klappt’s auch“, ist Anton Lengmüller überzeugt.

Im November vergangenen Jahres schlossen sich auf Initiative von Optikermeisterin Barbara Balk und des CSU-Vorsitzenden Peter Friedrich Sieben knapp 30 Ladenbesitzer zur Initiative „Tegernseer G’schäftsleut“ zusammen. Sie stampften für das Weihnachtsgeschäft die Aktion „Rote Socke“ aus dem Boden. Der Anfang war gemacht. Weitere Aktionen sollen folgen, demnächst wird offiziell ein Sprecher gewählt.

Weil auch die Stadt will, dass die Kassen im Ort klingeln, wurde für offiziell 10 000 Euro professionelle Hilfe engagiert: Die CIMA GmbH, ein international tätgiges Marketingunternehmen, soll dem schwächelnden Einzelhandel auf die Sprünge helfen. Den Anfang machte die CIMA mit einer Befragung, an der sich rund 20 Ladenbesitzer beteiligten. Demnächst will sie das Ergebnis auch der Stadt präsentieren. „Dann werden wir entscheiden, ob das Unternehmen einen Folgeauftrag erhält und uns weiter begleitet“, sagt Stadtrat Bernhard Mayer (CSU). Er wurde zum Bindeglied zwischen Geschäftsleuten und Stadt ernannt und soll dafür sorgen, dass Infos möglichst schnell beim Bürgermeister ankommen.

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