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    • 24.01.13
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So wird der Milliardär residieren

Oligarch baut Bunker in seine Tegernsee-Villa

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Rottach-Egern - Wie der russische Oligarch am Tegernsee wohnen wird, sorgt für Gesprächsstoff. Schillernd ist nicht nur der neue Eigentümer der Villa - auch das Haus am Schorn hat eine bewegte Geschichte.

© Thomas Plettenberg

Die Prachtvilla direkt am Seeufer ist ein Blickfang. Sie wird derzeit mit großem Aufwand saniert.

Die Kunde vom „großen Unbekannten“, einem der reichsten Russen, der sich ein prachtvolles Haus am Rottacher Schorn gekauft hat, zieht weite Kreise. Auch der Bayerische Rundfunk fuhr zur Villa des Oligarchen, berichtete in Hörfunk und Fernsehen. Der Name des Superreichen - er ist der Redaktion bekannt - wurde in keinem Beitrag genannt. Auch Rottachs Bürgermeister Franz Hafner (FWG) wahrte im Gemeinderat die Diskretion. „Ich nehme den Namen nicht in den Mund“, sagte Hafner. Käufer der Villa sei eine Gesellschaft. Zuvor hatte sich Gemeinderat Hubert Hörterer (FWG) mit Verweis auf „das Oligarchen-Fieber“ nach der Rechtslage erkundigt. Dürfe ein Hauskäufer anonym bleiben oder müsse er sich als Privatperson bei der Gemeinde melden? Eine Auskunftssperre, erwiderte Hafner, gelte für einige Rottacher Bürger. Es werde aber Zweitwohnungssteuer fällig. Höchstsatz: 7200 Euro pro Jahr.

Wenig bekannt ist übrigens auch die Geschichte der Oligarchen-Villa, die derzeit saniert wird. Gebaut hatte das Haus 1936 der SS-General Karl Wolff. Er war einige Jahre lang Adjutant von Heinrich Himmler. Der SS-Reichsführer gilt als einer der Hauptverantwortlichen für den Holocaust.

Eine Nazihochburg sei das Haus seines Vaters Karl Wolff gewesen, erzählt sein Sohn Hartmut, völlig distanziert. Man könne sich eben seinen Vater nicht aussuchen. „Nach Kriegsende kamen gleich die Amerikaner. Am 8. Mai eröffneten sie uns, wir hätten das Haus binnen einer Stunde zu verlassen. Wir durften nur jeder eine Gabel, Löffel und Messer und Bettzeug mitnehmen“, erinnert sich Hartmut Wolff. Danach residierte der amerikanische Befehlshaber des ganzen Tales mit seiner Familie in dem Haus. Gegen 1952 bekamen die Wolffs ihre Villa zurück, konnten sie aber finanziell nicht mehr halten. 1955 ging sie für 240 000 Mark an die Bayernwerke, die daraus ein Ferienheim für Angestellte machten.

„Es war schrecklich“, meint Wolff rückblickend, „im Musikzimmer meiner Mutter standen bis zu 16 Gasherde, denn die Gäste mussten selbst kochen.“ Später wurde daraus ein Gästehaus des Energiekonzerns E.ON, der die Bayernwerke schluckte. Mitte der 90er-Jahre sei die Immobilie dann an den Unternehmer Wolfgang W. gegangen, der sie für viel Geld umbauen ließ, berichtet Wolff. Wolfgang W. führte vor zwei Jahren den russischen Kaufinteressenten durch die Villa. Über den Preis des Objekts war man sich wohl schnell einig. Ende Juni 2011 war der Handel besiegelt.

Das persönliche Vermögen des Rottacher Neubürgers soll über 18 Milliarden Dollar betragen. Es heißt, er stehe den Mächtigen im Kreml nahe. Bei seinen bisherigen Besuchen am Tegernsee sicherten ihn Bodyguards rund um die Uhr. Mehrere Insider berichten, er habe in seiner etwa 500 Quadratmeter großen Villa einen Bunker einbauen lassen, einen „Panic-Room“, schusssicher beschichtet mit Kevlar.

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Kommentare

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WursterSepp25.01.2013, 10:23
(3)(0)

Nen Bunker, den bau ich doch in die Erd? Wofür brauch ich da ne Beschichtung? Aber wahrscheinlich ist der auch nicht mit "beschichtet mit Kevlar" sondern drin "geschichtet mit Kaviar" Wer's braucht soll's machen...

Hausgast25.01.2013, 08:21
(6)(0)

Wie sich die Zeiten ändern: Früher brauchten wir Bunker für den Fall, dass "der Russ kommt" (ob über Oberammergau oder Unterammergau...).
Heute kommt erst "der Russ" und der baut dann den Bunker. So was auch!

MaxBe24.01.2013, 17:04
(17)(0)

Da das Schutzbaugesetz den Bau von Schutzräumen steuerlich subventioniert, muss man davon ausgehen, dass in Deutschland der Bunkerbau ausdrücklich erwünscht ist.

Ich finde es schön, wenn Neubürger die Gepflogenheiten im Gastland berücksichtigen.

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