Wallgau - Wo soll das Biathlon-Förderzentrum realisiert werden? Diese Frage scheint geklärt, nachdem sich der DSV auf Kaltenbrunn festgelegt hat. Wallgau will sich dem fügen - fürs Erste.
„Verhältnisse wie in Skandinavien“ soll der ehemalige Langlauf-Bundestrainer Georg Zipfel dem Gelände rund um den Sachensee attestiert haben. Dieses Urteil aus berufenem Munde und eine positive Machbarkeitsstudie hatten Wallgau im Frühjahr 2009 ermuntert, Garmisch-Partenkirchen beim Kampf ums künftige Biathlon-Förderzentrum die Stirn zu bieten. Nach dem Bekenntnis des Deutschen Skiverbands (DSV) zur bestehenden Anlage in Kaltenbrunn scheinen die Würfel gefallen. „Die sollen’s machen“, meint Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) in Richtung Garmisch-Partenkirchen. „Wir möchten es ihnen nicht abspenstig machen.“ In zwei Wochen will Zahler die Causa Biathlon-Zentrum im Gemeinderat zur Sprache bringen. Seine Empfehlung: „Die Sache auf Eis legen.“
Klingt nicht so, als hätte man sich im Heimatdorf der zweifachen Olympiasiegerin Magdalena Neuner mit der Entscheidung des DSV endgültig abgefunden. Eine kleine Option lassen sich die Wallgauer offenbar offen. Denn die Finanzierung der geforderten Rollerbahn, die laut Skigau-Chef Fritz Dopfer bis zu 500 000 Euro kosten wird, soll noch nicht abschließend geklärt sein. Einen Teil dieser Summe muss dann auch Garmisch-Partenkirchen schultern - und der sei Dopfer zufolge „auf alle Fälle sechsstellig“. Das letzte Wort hat der Marktgemeinderat. Beobachter gehen davon das, dass einige dort nicht so ohne Weiteres bereit sein werden, diese Kröte zu schlucken.
„Die Gespräche waren durch die Bank positiv, wir haben das Signal gekriegt“, berichtet der Rathauschef von Verhandlungen mit potenziellen Sponsoren, die über die Schiene Magdalena Neuner gelaufen seien. Doch würde Garmisch-Partenkirchen wieder Erwarten nein sagen zu Kaltenbrunn, müssten auch die Wallgauer bei Null anfangen.
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