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Ehrgeizige Tüftler: Zwei junge Mittenwalder bei "Jugend forscht"

Ehrgeizige Tüftler: Zwei junge Mittenwalder bei "Jugend forscht"

Mittenwald - Jeder Erfinder fängt klein an: Philip Voß und Johannes Mylius haben bei "Jugend forscht" schon bewiesen, dass sie kreativ sind - und technisch begabt.

Ein Schuh, der leuchtet: Johannes Mylius (l.) und Philip Voß mit einer Erfindung. Foto: Schandl

Ein Schuh, der leuchtet: Johannes Mylius (l.) und Philip Voß mit einer Erfindung. Foto: Schandl

Carl Benz entwarf das erste moderne Automobil. Alexander Graham Bell brachte das Telefon auf den Markt - Erfindungen, die nicht nur das späte 19. Jahrhundert prägten, sondern die Welt veränderten. Und am Anfang einer großen Erfindung steht oft eine kleine Idee. Eine solche hatten auch Philip Voß und Johannes Mylius. Die beiden Mittenwalder nahmen bei „Schüler experimentieren“, der Sparte für Jugendliche bis 14 Jahre des deutschlandweiten „Jugend forscht“-Projekts, teil. Bundesweit hatten sich mehr als 10 000 Schüler für die Regionalwettbewerbe, die in diesem Jahr unter dem Motto „Uns gefällt, was du im Kopf hast“ standen, angemeldet. Für das Voralpenland fand der Vorentscheid, bei dem der Erstplatzierte zum Landeswettbewerb darf, in Schongau statt, wo die Teilnehmer aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen sowie den umliegenden Landkreisen der Jury ihre Erfindungen präsentierten.

Philip Voß stellte seinen „Schuh mit Licht“ vor - und wurde mit Platz zwei und dem Sonderpreis für die pfiffigste Idee belohnt. „Das hat mich schon überrascht, aber auch gefreut.“ Der 13-Jährige hatte beim Spazierengehen mit seinem Hund im Dunkeln festgestellt, dass ein Licht hilfreich wäre. So nahm er einen Schuh seiner Mutter - „für die Forschung kann ich diesen entbehren“, sagt Mirjam Voß - und testete, was möglich ist. Die benötigten Utensilien suchte er sich zum Großteil selbst zusammen. So stammen LEDs aus dem Fahrradzubehör, der Lichtschalter wurde einer Ikea-Lampe entwendet. Mehrere Tage habe er sich mit dem Löten der Kabel und Drähte beschäftigt, „was am Ende ganz einfach war“, erzählt der junge Tüftler. Auch las er sich im Internet über den Aufbau einen Stromkreislaufes ein - Wissen, das er anschließend in die Tat umsetzte.

Ähnlich ging Johannes Mylius (12) vor. Das technische Know-How für seine Tintenfüllstandanzeige hat er sich selbst angeeignet. So leuchtet nun ein kleines Lämpchen auf, wenn die Tinte in seinem Füller verbraucht ist.

Auf den Ehrgeiz, den die Buben bei diesem Projekt an den Tag legten, sind deren Eltern stolz. „Ich fand es schön zu sehen, wie er sich da alleine durchgeschlagen hat“, erzählt Philips Vater, Alexander Selck. Er sei gut, dass die jungen Forscher Erlerntes auch gleich in die Tat umsetzen und so manches Hindernis dabei überwinden mussten. Silke Mylius wusste gar nicht, dass ihr Sohn ein solcher Tüftler ist - da er großteils in der Arbeitsgemeinschaft in der Schule werkelte. Dort will Johannes seine Anzeige noch weiter ausbauen, möglicherweise in einer Art Ampel. Sein Klassenkamerad Philip bastelt weiter an seinem Prototyp, auch wenn der Regionalwettbewerb bereits gelaufen ist - und so wird aus den Ideen der beiden Sechstklässler möglicherweise auch einmal eine große Erfindung.

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