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Krün/Mittenwald: Drama um Explosion in Doppelhaushälfte

Doppelhaushälfte explodiert: Das Drama dahinter

Krün - Eine mächtige Explosion hat den Ort Krün am frühen Mittwochmorgen erschüttert. Die Bilder bei Tageslicht enthüllen das ganze Ausmaß der Verwüstung.

© dpad

So sieht es am Ort der Explosion bei Tageslicht aus

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Die heftige Explosion hat am Mittwoch in einer Wohnsiedlung eine Doppelhaushälfte völlig zerstört. Den schwer verletzten Bewohner (57) retteten Einsatzkräfte aus den Trümmern. Hinter dem Unglück könnte ein Schuldendrama stehen.

An diesem Morgen ist in dem idyllischen Fremdenverkehrsort Krün (Kreis Garmisch-Partenkirchen) viel die Rede von einem Wunder. „Es ist ein Wunder, dass da überhaupt jemand lebend herausgekommen ist“, meint Johann Estermann. Fassungslos steht er vor dem gewaltigen Trümmerkegel, der sich auf dem Grundstück am Ramweg aufgetürmt hat. Auf dem Schutt liegen Teile des Daches. Auch Stunden nach dem Unglück steigt noch dicker Rauch in den Himmel – so viel, dass dahinter selbst der Polizeihubschrauber verschwindet, als er Aufnahmen macht. Die Feuerwehr flutet die Trümmer mit Löschschaum, doch zu allen Glutnestern dringt er offenbar nicht vor. Und den Kegel betreten kann niemand.

Bilder kurz nach der Explosion

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„Wir können wirklich von einem Wunder sprechen, dass wir nicht noch verletzt worden sind“, sagt Martin Schöpf. Er wohnt in Sichtweite zur Unglückstelle. Die Trümmer flogen bis zu 100 Meter weit: An einigen Häusern gingen Fenster zu Bruch, bei einem großen Stadl wurde das Tor aus der Verankerung gerissen. Am meisten Gewicht aber erhalten die nachdenklichen Worte von Schöpf, wenn man auf das Nachbarhaus schaut: In der Holzverschalung stecken auf Höhe des Obergeschosses Teile des zerstörten Gebäudes – so, als habe jemand Speere darauf geworfen.

Schnell macht in Krün die Runde, der 57-jährige Bewohner habe die Explosion selbst verursacht. Aus Verzweiflung. Die Doppelhaushälfte mit weißen Wänden und viel hellem Holz, die der alleinstehende 57-Jährige vor etwa drei Jahren gebaut haben soll, war bereits der Zwangsversteigerung zum Opfer gefallen. Für gestern, den Unglückstag, um 8 Uhr sei dann der Termin zur Zwangsräumung angesetzt gewesen, bestätigt Amtsgerichtsdirektor Christian Pritzl auf Anfrage. Zur Abschaltung der Gasleitung habe es zwei Titel gegeben, Gerichtsvollzieher und Spedition waren bestellt. Tatsächlich kommt morgens ein Gerichtsvollzieher. Auch er ist fassungslos bei dem Anblick.

Estermann, Schöpf und viele Menschen in dem Ort mit fast 1950 Einwohnern sind am Mittwoch kurz vor 5 Uhr von einem lauten Knall aus dem Schlaf gerissen worden. Die beiden Männer konnten den Donner zunächst nicht zuordnen, doch bei einem Blick aus dem Fenster sahen sie schon hellen Feuerschein. Die Feuerwehr des Isartales und aus Garmisch-Partenkirchen waren zunächst zu einem Großbrand alarmiert worden. „Die ersten Kräfte haben sofort erkannt, was passiert ist“, schildert Kreisbrandrat Johannes Eitzenberger. Die Helfer versuchen, den Vollbrand einzudämmen. Als das gelungen ist, hören sie Hilferufe aus dem Keller. Über den Lichtschacht dringen die Retter ein und stoßen auf den 57-Jährigen. Er hat schwere Verbrennungen erlitten. Notarzt und Sanitäter des Roten Kreuzes versorgen den Mann und bringen ihn ins Klinikum Murnau. Sein Zustand ist kritisch.

Die vier Bewohner der anderen Haushälfte erleiden einen schweren Schock. Sie werden von Rettungskräften betreut. Ob sie je in ihr Haus zurückkehren können, ist unklar. Helfer des Technischen Hilfswerkes räumen ganze Berge von Schutt aus dem Haus und stützen es mit Gerüsten und Holzbalken ab. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Ursache: Hat der 57-Jährige die Explosion verursacht? Wenn ja, warum? Und wie? Fest steht nach Angaben von Bernhard Resch, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd, nur, dass das Haus an die Erdgasversorgung angeschlossen war. Bei der Räumung des Trümmerhaufens suchten die Beamten aber auch nach Benzinkanistern.

Matthias Holzapfel

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