Wallgau - Die bizarren Auftritte von Bernhard Neuner senior und Dr. Josef Neuner beim Dorferneuerungs-Abend haben in Wallgau für Gesprächsstoff gesorgt. Was wollten die beiden bezwecken?

Denkwürdiger Auftritt: Nachdem Bürgermeister Hansjörg Zahler (r.) mit Engelszungen auf ihn eingeredet hat, verlässt Dr. Josef Neuner das Rednerpult. Foto: sehr
Es waren Auftritte, mit denen niemand gerechnet hatte: Bernhard Neuner senior („Posthalter“) und Ex-Gemeinderat Dr. Josef Neuner (1984 bis 2008) sorgten bei der Info-Veranstaltung zur Wallgauer Dorferneuerung im Haus des Gastes für Zündstoff. Erst schnitt der „Posthalter“ dem verdutzten Hans Beigel vom Amt für ländliche Entwicklung mitten in seinen Erläuterungen das Wort ab, um lauthals seinen Unmut zu äußern. Ihm „stinkt es gewaltig“, dass es seit Jahren beim Dorfplatz nicht vorangeht. Dann bezieht Dr. Josef Neuner Position, geht immer wieder zum Rednerpult, um den beiden Tölzer Stadtplanern das Wort zu entziehen. Er ist nur schwer zu beruhigen. Bürgermeister Hansjörg Zahler muss mit Engelszungen auf ihn einreden. Den Höhepunkt der Inszenierung liefert Bernhard Neuner senior aber mit seinem Abgang: Laut schimpfend verlässt er den Saal - mit deutlicher Kritik in Richtung Raiffeisenbank-Chef Peter Reindl.
Diesen nimmt der langjährige Postwirt auch einige Tage später aufs Korn. „Der Mann muss unter Druck gesetzt werden oder nach Krün gehen, wo er herkommt“, poltert Bernhard Neuner. Er sieht in Reindl einen der Hauptschuldigen, dass bei der Dorfplatz-Sanierung seit Jahren nichts passiert. Denn nach wie vor gehört der Raiffeisenbank der „Kirchenböbl“. Dieses ehemalige, größtenteils ungenutzte Bauernhaus am Dorfplatz wartet seit Jahren auf Abnehmer. Und das wird wohl noch länger so bleiben. „Die Interessenten gehen gegen Null“, bestätigt Reindl. Doch so lange die Raiffeisenbank-Immobilie dieses triste Dasein fristet, geht auch mit dem Dorfplatz nichts weiter. Das weiß in Wallgau jeder - und natürlich auch der direkte Nachbar Bernhard Neuner.
Deshalb besuchten er und Dr. Neuner den Info-Abend, um das klar und deutlich auszusprechen. „Vielleicht war’s von der Form nicht ganz korrekt“, räumt der Posthalter ein, „aber wir haben den Volkszorn in uns, weil sich keiner richtig rührt". Weder der Gemeinderat - „bis auf wenige“ - noch die Raiffeisenbank-Kunden. „Die schweigen und lassen ihr Geld vernichten.“
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