Der Schulhof der Konrad-Schule in Haar ist in die Jahre gekommen. Die Pergola aus Holz verwittert, muss zeitweise gesperrt werden. Ein einziges Spielgerät steht einsam da. Das bisschen Grün ist Matsch, sobald es regnet. Ansonsten regiert hier, auf 1800 Quadratmeter, der blanke, kalte Stein. Vor Jahrzehnten asphaltiert, wirkt der Pausenhof heute unwirtlich und abweisend. Entspricht nicht mehr den Anforderungen einer modernen Pädagogik, die davon ausgeht, dass Kinder in der unterichtsfreien Zeit Motorik, Kreativität und Rückzugsräume brauchen. So sieht es Rektorin Andrea Zran. Und so sehen es die Haarer Gemeinderäte. Mehrheitlich jedenfalls.
Denn als es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats darum ging, über ein neues Konzept für den Schulhof abzustimmen und entsprechend Geld freizugeben, da sagte Hans Stießberger (CSU) als einziger Nein.
Das neue Konzept sieht vor, das Areal umzugestalten. Statt Beton soll es viel Grün geben, Hügel und Beete, Klettergelegenheiten und anderes mehr. Naturnah, von der Schulgemeinschaft angelegt und später in weiten Teilen selbst gepflegt. Geplant vom Team des Vereins „Naturgarten“ unter der Leitung von Reinhard Witt. Bei ihm macht Barbara Stark gerade eine zweijährige Fortbildung mit Abschluss als „NaturgartenProfi“. Und weil sie die Haarer Regionalgruppe des „Netzwerk Blühende Landschaften und Naturgarten“ leitet, hat sich Stark vorgenommen, die Umgestaltung mitvoranzutreiben und zu begleiten. Sie ist begeistert von der Sache - entsprechend fiel ihr Vortrag aus. Grün soll es werden, vielfältig, spannend und individuell, wenn der Pausenhof erst einmal in einen Natur-Erlebnis-Garten verwandelt ist. Ein Projekt, nicht nur zum Vorteil der Kinder, hat Stark herausgefunden. Auch die Schule selbst profitiert. Die Kinder entwickeln in der Gemeinschaft soziale Kompetenz, was dazu führt, dass es weniger Konflikte gibt. An der Michael-Ende-Schule in Unterschleißheim etwa seien keine Streitschlichter mehr notwendig, sei die Pausenaufsicht einfacher geworden, sagte Stark, die sich vor Ort informiert hatte. Dort gibt es den Natur-Erlebnis-Schulhof seit knapp vier Jahren.
Und schließlich könnte die Umgestaltung auch für die Gemeinde profitabel sein. Denn die Kosten für die Pflege würden mit rund 3780 Euro für zehn Jahre deutlich günstiger ausfallen als bei einer konventionellen Gestaltung. Für sie seien etwa 26 460 Euro für denselben Zeitraum notwendig, sagte Stark. Die Umgestaltung selbst kann bis zu 150 000 Euro kosten.
Mit ihrer Begeisterung überzeugte Stark. Auch wenn ihr Paul Wieser (CSU) eine gewisse „Unprofessionalität“ im Vortrag vorwarf. Hatte sie doch nichts gesagt über Brandschutz, Feuerwehrzufahrt, Unfallversicherung und andere harte Fakten. Doch auch Wieser konstatierte, der Schulhof brauche ein neues Gesicht. Ganz anders sieht das Hans Stießberger: Der Pausenhof sei zu klein. In ein paar Jahren wieder etwas anders modern und überhaupt: „War früher alles schlecht?“ Stießberger stimmte mit „Nein“.
Die übrigen Gemeinderäte geben der Idee ein Chance: 5000 Euro für eine erste Planung sind frei. Im Herbst wird neu verhandelt. Dann solllen auch die genauen Kosten auf dem Tisch liegen.















