Erfolgreicher Forscher: Hendrik Dietz. Foto: David Ausserhofer

Schwefelbrücken bringen den Durchbruch

Garching - Mit seiner Dissertation zur Analyse von Proteinen hat der TUM-Physiker Dr. Hendrik Dietz den Deutschen Studienpreis 2008 gewonnen.

Seine Forschungen könnten ein ganz neues Licht auf viele bisher unverstandene Krankheitsbilder wie BSE, Mukoviszidose oder Alzheimer werfen.

Eiweiße oder Proteine sind die wichtigsten Bausteine aller Zellen des menschlichen Körpers. Im Organismus stellen Proteine bewegliche Einheiten dar, die ihre Strukturen zum Teil in erheblichem Umfang ändern, um ihre Aufgaben im Körper zu erfüllen. Die Raumstruktur von Proteinen konnte bislang nur mit Hilfe der Röntgenstrukturanalyse analysiert werden – in seiner mit 30 000 Euro belohnten Dissertationsarbeit hat Dietz erstmals eine Methode herausgearbeitet, mit der auch die mechanischen Eigenschaften der Proteine gemessen werden können.

Zum Durchbruch verhalf Dietz eine Erfindung des britischen Chemikers Michael Smith, der dafür 1993 den Nobelpreis erhalten hatte. Der Brite hat eine Methode entwickelt, mit der man an einer beliebigen Stelle in der Molekülkette eines Eiweißes eine Aminosäure gegen eine andere austauschen kann. Dietz baute während seiner Forschungen an der TU in Garching an bestimmten Stellen des Proteins die Aminosäure Cystin ein. Sie besitzt ein Schwefelatom, das gerne Bindungen zu anderen Schwefelatomen ausbildet – so genannte Schwefelbrücken. Über diese Schwefelbrücken konnte Dietz nun Ketten des zu untersuchenden Proteins herstellen und es in jeder Raumrichtung vermessen.

Mit diesen Versuchen war es Dietz erstmals gelungen, Kraftmessungen an Proteinen in drei Dimensionen durchzuführen.

  • 0 Kommentare
  • 0 Google+
    schließen

Die Kommentarfunktion ist bei diesem Artikel nicht aktiviert.