Kinder gegen Kot: „Wir mögen nicht in Hundehaufen spielen“

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    • 12.06.13
    • Unterhaching
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Kinder gegen Kot

„Wir mögen nicht in Hundehaufen spielen“

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Taufkirchen - Mit einer außergewöhnlichen Aktion machten die Viertklässler der Taufkichner Grundschule am Wald auf das Hundehaufen-Problem in ihrem Viertel aufmerksam.

Stinkig auf Stinkereien: Viertklässler aus Taufkirchen machen auf das Hundehaufen-Problem aufmerksam. Immer mit dabei ist Sybille Vogt (Mitte) von der Fachstelle für „Integrationsbezogene soziale Arbeit“. Foto: Michel

Stinkig auf Stinkereien: Viertklässler aus Taufkirchen machen auf das Hundehaufen-Problem aufmerksam. Immer mit dabei ist Sybille Vogt (Mitte) von der Fachstelle für „Integrationsbezogene soziale Arbeit“. Foto: Michel

„Ich hab einen gefunden“, ruft Caroline (9) ihren Mitschülern zu. Sie hopst auf und ab und fuchtelt solange mit den Armen in der Luft herum, bis sich auch der letzte der 19 Grundschüler um die Neunjährige gescharrt hat. Gebannt blickt die Gruppe auf das, was aussieht wie ein Hundehaufen. „Iiihhhs“ und „Bääähhhs“ machen die Runde, Caroline verzieht ihr Gesicht: Es ist ein Hundehaufen. Und die wollen die Viertklässler der Grundschule am Wald nicht mehr haben. Zumindest nicht auf den Grünflächen, auf denen sie Fußball spielen und toben.

Das haben die Schüler im März im Kinderforum beschlossen, einer Art Parlament, zu dem sie auch Vertreter aus Politik und Verwaltung eingeladen hatten. „Kein Hundekot auf Grünflächen“ war Antrag 10 auf der Liste von Dingen, die sie in Taufkirchen ändern möchten. Für diejenigen Anträge, die eine Mehrheit fanden - wie etwa die Nummer 10 - wählten die Schüler einen Paten, der sich mit ihnen zusammen um das Anliegen kümmern soll. Beim Thema Hundekot waren das Stefan Feller und Thomas Huber von der Gewofag. Der Münchner Wohnbaugesellschaft gehören die meisten Wohnungen in Taufkirchen am Wald, rund 2000 sind es. „Deshalb fühlen wir uns verantwortlich“, sagt Feller. „Die Kinder, die hier leben, sollen sich wohl fühlen.“

Als Caroline ein „Hundekot-Verbotsschild“ in den Boden direkt neben dem Hundehaufen steckt, kniet sich Feller neben sie und hilft mit dem Hammer nach. „Dann hält’s besser.“ Ein Hund ist auf der Papptafel abgebildet, sein Haufen daneben, ein rotes Verbotszeichen davor. 40 Stück haben die Schüler in Gruppenarbeit gestaltet, es sollen noch viele folgen. Die Route führt an diesem Tag von den Grünflächen hinter der Grundschule über den Lindenring bis zum Gelände hinter dem S-Bahnhof. Es ist heiß, die Kinder haben Durst - trotzdem ziehen sie den dreistündigen Marsch durch. „Wir wollen, dass die Erwachsenen sehen, wo die Haufen liegen und dass wir sie nicht wollen“, erklärt Michele (10) die Aktion. „Sonst tritt ja nur jeder für sich da rein, ärgert sich im Stillen und nichts ändert sich.“

Bei den Anwohnern kommen die Viertklässler mit ihren Schildern durchweg gut an. „Ich bin schon selbst in eine Tretmine reingestiegen“, berichtet Simon Stadlmair, Lehrer in der Musikschule Taufkirchen. „Viele Hundehalter scheren sich leider nicht darum, den Mist wegzuräumen.“ Für die Hundebesitzer, die es doch tun, haben die Viertklässler der Grundschule am Wald Geschenke vorbereitet: Hunde-Leckerlis, eingepackt in rote Hundebeutel, ein individuelles Dankschreiben inklusive. „Wir mögen Hunde“, stellt Carolin klar. „Wir mögen nur nicht in Hundehaufen spielen.“

Stephanie Dahlem

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