München - In der Auensiedlung in Fröttmaning geht der Kampf gegen volllaufende Keller weiter. Weil sich die Häuser absenken könnten, hat die Stadt das Abpumpen des benachbarten Baggersees eingestellt. Was vermutlich die Ursache ist:

© Gaulke
Das Abpumpen des Baggersees musste eingestellt werden, weil sich die Häuser zu setzen drohen.
Seit Sonntag wird in der Auensiedlung in Fröttmaning gepumpt und gewischt, was das Zeug hält. In über 50 Häusern entlang der Wallnerstraße, Ballestraße und dem Lilienweg hatten sich große Mengen Grundwasser in die Keller gedrückt. Mit vereinten Kräften kämpfen seitdem THW, Feuerwehr, Wasserwirtschaftsamt, die städtischen Behörden und natürlich die Anwohner selbst gegen das Wasser.
Die Auensiedlung liegt direkt an einem Baggersee – und dessen Pegel war seit vergangenem Sonntag auf mysteriöse Weise um rund einen Meter gestiegen. Wie berichtet, entschied sich das Wasserwirtschaftsamt dafür, den Baggersee abzupumpen. 35 000 Liter pro Minute wurden durch große Schläuche aus dem See befördert.
Zwar ist der Pegel des Sees dadurch gesunken, aber es tat sich eine neue Gefahr auf: Durch das Abpumpen drohten nach Angaben des städtischen Umweltreferats Setzungsschäden an den umliegenden Gebäuden. Deshalb musste das Abpumpen inzwischen eingestellt werden.
Der nahe zur Auensiedlung liegende Schleißheimer Kanal scheidet indessen als Übeltäter wohl aus. Wie das Umweltreferat am Freitagabend mitteilte, wurden Proben des in die Keller eingelaufenen Wassers genommen und chemisch untersucht. Ergebnis: Die Proben unterscheiden sich deutlich von den Wasserproben aus dem Schleißheimer Kanal. „Dass die Ursache für den steigenden Grundwasserpegel im Bereich des Kanals zu finden ist, kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden“, teilte das Referat mit.
Als weitere Sofortmaßnahme hat das Umweltreferat inzwischen angeordnet, die Einleitung von zusätzlichem Wasser in den Garchinger Mühlbach einzustellen. Zudem wird die Eisentwicklung in dem Bach beobachtet.
Auch an diesem Wochenende wollen die Behörden weiter nach der genauen Ursache forschen, denn eine endgültige Erklärung gibt es trotz aller Vermutungen noch nicht.
In den Anwesen der betroffenen Anwohner hat das Wasser teilweise große Schäden angerichtet. „Es herrscht riesiges Chaos“, sagte Wolfgang Völkner, Vorstand der Siedlung, unserer Zeitung schon am Donnerstag.
Von Wolfgang Hauskrecht
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