München - 70 Millionen Euro soll das Tunnel-Projekt für die Wiedervereinigung des Englischen Gartens kosten. Jetzt bringt die Unternehmensberatung „Roland Berger Strategy Consultants“ Schwung in die Tunnel-Vision.

© dpa, Obermayer Plan
Seit 50 Jahren zerschneidet der Mittlere Ring den Englischen Garten - mit dem Bau eines Tunnels wäre das Naturdenkmal vereint.
Und zwar mit einem kostenlos erarbeiteten Finanzierungsplan. Unternehmen und Bürger sollen sich mit unterschiedlichen Förderpaketen beteiligen. Hauptsponsoren sollen Münchner Dax-Konzerne werden.
Es sei das erste Mal, dass die Unternehmensberatung sich im kommunalen Bereich engagiere, sagt Ralf Kalmbach, Geschäftsführer bei Roland Berger. „Das ist Neuland für uns.“ Doch die Idee des Architektenehepaars Petra Lejeune und Hermann Grub, den 400 Meter langen Abschnitt des Isarrings unter die Erde zu bringen, stehe für mehr Lebensqualität in der Stadt. „Zum einen gäbe es eine durchgehende Parklandschaft, zum anderen würde sich das Stauproblem dort lösen“, betont Kalmbach.
Um die Idee umzusetzen, gelte es, Unternehmen ins Boot zu holen. „München ist Sitz verschiedener Dax-Unternehmen. Es sollte möglich sein, sie für die Idee zu begeistern.“ Bislang haben die Initiatoren eine Förderzusage des Freistaates in Höhe von rund neun Millionen Euro – und die Eine-Million-Euro-Spende der Allianz Umweltstiftung. Kalmbachs Ziel: Noch 2012 soll die Finanzierung stehen. „Dann könnte der Tunnel drei Jahre später stehen.“
Mit einem Engagement könnten sich die Unternehmen „dauerhaft Anerkennung und Reputation verschaffen“, glaubt Kalmbach. Dazu kommen weitere Vorteile. Nach den Hauptförderern sollen etwa Brücken über den Eisbach benannt werden, nach den „Zweig“-Spendern Plätze und Wege im Englischen Garten. Und: Auf einer Baum-Skulptur mit beweglichen Metallplättchen sollen am Ende die Namen aller Förderer verewigt werden. Mit der Parkverwaltung seien diese Pläne bereits abgestimmt, betont Kalmbach.
Doch auch die Münchner Bürger sollen eingebunden werden. Auch sie haben die Wahl – zwischen dem Silber-(ab 100 Euro), dem Gold- (ab 500 Euro) und dem Platin-Paket (ab 1000 Euro). Als Gegenleistung gibt es eine persönliche Anerkennung – und die Mitgliedschaft im Freundeskreis der Stiftung, in dem laut Kulmbach auch „bekannte Münchner Persönlichkeiten eine Rolle spielen“ sollen.
Ob das Konzept aufgeht, bleibt abzuwarten. Einer ist jedoch restlos begeistert: Architekt Hermann Grub: „Dass das Unternehmen sich in einer solchen Art und Weise engagiert, davon habe ich nicht einmal geträumt“, sagt er.
Von Caroline Wörmann
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