Moosach: Frau lag acht Monate tot in der Wohnung

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    • 22.03.13
    • München
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Frau acht Monate lang tot

Hier schlief die Tochter neben mumifizierter Mutter

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München - Es klingt unglaublich: Eine Frau liegt über acht Monate tot in ihrer Wohnung in Moosach. Ihre Tochter weiß davon, doch sie lässt den Leichnam liegen - und schläft sogar neben ihm.

Ein Vollstreckungsbefehl brachte alles ins Rollen. Nur dadurch kam die unvorstellbare Geschichte ans Tageslicht: Acht Monate lang soll eine 70-jährige Münchnerin tot in ihrer Moosacher Wohnung gelegen haben. Dabei gab es einen Menschen, der ihren Tod im vergangenen Juli bemerkte. Ihre 39-jährige Tochter soll in der gesamten Zeit bei ihr gewohnt haben. Sie schlief sogar mit dem Leichnam der Mutter im selben Zimmer. Die Tochter hat sich freiwillig in psychiatrische Behandlung begeben.

Da niemand seit vergangenem Sommer die Rechnungen der 70-Jährigen bezahlt hatte, sammelte sich ein ordentlicher Schuldenberg an. Daher ordnete das Amtsgericht eine Pfändung in ihrer Wohnung an. Das Gericht beauftragte einen Sachverständigen, der den Besitz der Frau sichten und schätzen sollte. Am Donnerstagmorgen suchte der Sachverständige die Wohnung der Rentnerin auf, woraufhin die Tochter ihn hereinließ. Im Gespräch erwähnte sie schnell, dass ihre Mutter bereits vor längerer Zeit gestorben sei, sie sich aber eine Beerdigung nicht leisten könne.

Der Sachverständige schöpfte einen dunklen Verdacht, weshalb er die Wohnung wieder verließ. Er verständigte das Amtsgericht, das wiederum die Polizei einschaltete. Beamte der örtlichen Kriminalpolizei klingelten dann bei der Dame. Niemand öffnete, da die Tochter mittlerweile die Wohnung verlassen hatte. Daraufhin ließ die Polizei die Tür von einem Schlüsseldienst öffnen. Drinnen bot sich den Beamten ein schauriger Anblick: Der verweste Leichnam der Mutter lag auf einer Schlafcouch. Die Polizei spricht von „Zeichen fortgeschrittener Mumifizierung und Skelettierung“. Die Tochter hatte über Monate im selben Raum mit ihrer toten Mutter geschlafen, dem zunehmenden Verwesungsgeruch zum Trotz.

Tochter begibt sich in psychiatrische Klinik

Warum die Tochter ihre Mutter nicht beerdigen ließ, blieb bisher offen. Die 39-Jährige hatte jedoch offenbar psychische Probleme. Eine Obduktion der Leiche ergab keine Zeichen von Gewalteinwirkung. Aufgrund der fortgeschrittenen Verwesung war eine eindeutige Todesursache nicht mehr feststellbar. Wahrscheinlich litt die Frau jedoch an einer schweren Herzkrankheit. Weitere Ermittlungen ergaben, dass sie am 10. Juli 2012 verstarb.

Um die tote Rentnerinkümmert sich nun das Nachlassgericht. Die Tochter lässt sich freiwillig in einer psychiatrischen Klinik behandeln. Mit strafrechtlichen Konsequenzen hat sie einem Polizeisprecher zufolge nicht zu rechnen: „Ihr Handeln mag befremdlich sein, strafbar ist es jedoch nicht.

Angelo Rychel

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