83-Jährige prügelt Sanitäter krankenhausreif

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    • 09.07.12
    • München
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Brutale Attacke

Frau (83) prügelt Sanitäter krankenhausreif

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München - Die Frau eines Wissenschaftlers wollte verhindern, dass Rettungsassistenten ihren Mann ins Krankenhaus bringen. Darum schlug die Seniorin zu.

© Unfried

Schlagkräftig trotz ihres Alters: Lieselotte Z. wird nach dem Urteil im Rollstuhl aus dem Gerichssaal geschoben. Sie will lieber in den Knast als bezahlen

Lieselotte Z. hat jahrzehntelang ein tadelloses Leben geführt. Mit 83 steht die Rentnerin vor dem Amtsgericht: Sie hat mit einem schnurlosen Telefon einen Sanitäter im Einsatz krankenhausreif geprügelt: Jochbeinfraktur, ein Oberkiefertrauma, Frank A. (42) musste bisher fünf Mal unters Messer, ein Eingriff steht noch bevor.

Dezent blond getönte Haare, die Falten sorgfältig weggepudert - Lieselotte Z. ist eine damenhafte Erscheinung. Sie sitzt im Rollstuhl, vorigen September wurde sie an der Wirbelsäule operiert. Das war vier Monate nach dem Vorfall, den ihr eigentlich keiner zutraut. „Das ist nie und nimmer geschehen“, weist die Rentnerin den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung zurück. „Ich bin gar nicht in der Lage, einem Mann so etwas zuzufügen“.

Ihr - inzwischen verstorbener - Ehemann litt an Leukämie, „konnte jede Minute sterben“, so die Angeklagte. Sie hat „alles“ für ihn gemacht, „es ging weit über meine Kräfte, aber ich habe es gern getan“. Horst Z. (82) wollte nicht in die Klinik. Am 9. Mai 2011 fiel der Wissenschaftler aus dem Bett. Seine Frau brauchte Hilfe. Sie wollte die herbeigerufenen Sanitäter „nur bitten, ihn aufzuheben, mehr könnten sie nicht für ihn tun. Da hat der eine mir schon den Mund verboten“. Die Rettungsassistenten wollten den blutenden Mann mitnehmen, „ich war in Panik“.

Rettungsassistent Frank A. und sein Kollege Thomas L. (36) haben den Einsatz „nach 13 Stunden Dienst“ anders in Erinnerung. „Der junge Mann“ (A. über den Patienten) habe geblutet, er fragte nach der Ursache. „Sie ist sofort dazwischen, das hätte mich nicht zu interessieren“. - „Wir müssen das Verletzungsmuster abklären“, widersprach Thomas L. Die Ehefrau habe zu schimpfen begonnen, „Arschlöcher, Drecksäue war noch das Harmloseste“.

Lieselotte Z. habe Frank A. erst „weggeschoben“, dann sei sie „auf ihn zugeschossen mit dem Telefon“ und habe es ihm „zwei Mal ins Gesicht geknallt, ich war platt“. Inzwischen waren, von L. benachrichtigt, Notarzt und Polizei eingetroffen und sorgten für den Abtransport des Kranken.

Eine Psychiaterin bescheinigt der Angeklagten verminderte Schuldfähigkeit auf Grund eines Belastungssyndroms. „Sie hatte Angst, dass sie ihren Mann nicht wiedersieht“, plädiert Anwalt Michael Pfefferl. „Ich zahle nichts, ich gehe ins Gefängnis“, ruft die Angeklagte. Richterin Aurelia Arend belässt es bei einer Geldstrafe (9000 Euro) auf Bewährung, Lieselotte Z. muss aber 3000 Euro Schmerzensgeld an den Sanitäter zahlen.

Sarah List

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Kommentare

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Stefan10.07.2012, 08:57Antwort
(19)(0)

Es ist einfach nur unglaublich welche Kommentare man hier lesen muss. Wenn man keine Ahnung vom Fach hat sollte man den Mund halten.
Ein Sanitäter mach sich S T R A F B A R wenn er einen Patienten der augenscheinlich an einer schweren Krankheit oder Verletzung leidet nicht behandelt oder ins Krankenhaus bringt. Der Sanitäter darf dies nur dann unterlassen wenn der Patient (und nicht seine Frau oder sonstwer) eine Transportverweigerung unterschreibt. Dazu muss der Patient aber in einem geistig vollkommen klaren Zustand sein. Wenn nicht M U S S der Sanitäter den Patienten ins Krankenhaus bringen und einem Arzt vorstellen. Wenn der Patient dann dort eine Behandlung verweigert liegt eine andere Rechtslage vor. Aber nichtärztliches Rettungspersonal darf unter keinen Umständen einen Patienten der nicht klar ist und behandlugnsbedürftig ist zu Hause belassen. Tut er es, wandert er ins Gefängnis.
Informiere Dich also bevor du einen derartigen MÜLL schreibst.

Bongo10.07.2012, 08:17Antwort
(16)(0)

Leider hat Horch vollkommen recht!

Der Rettungsassistent macht sich Strafbar wenn er den Patienten einfach Zuhause lässt, ohne Unterschrift einer Transportverweigerungserklärung.

Und wenn man davon ausgehen muss dass ein verletzter Patient nicht mehr versteht was mit Ihm passiert ist es Vollkommen Rechtens mithilfe der Polizei eine Zwangseinweisung vorzunehmen.

Der RA hat vollkommen richtig gehandelt. WIE er dies allerdings rübergebracht hat lässt sich nicht beurteilen!

Horch10.07.2012, 07:45Antwort
(25)(0)

Warum hat sie dann die 112 gewählt und nicht den Nachbarn oder Hausmeister gefragt?!
Die RA habe ihren Job gemacht und nach gesetzlichen Vorgaben gehandelt!
So lange der !Patient! (und nicht eine dritte Person!) nicht gegen Unterschrift verweigert oder eine Patientenverfügung hat, kommt er ins Krankenhaus wenn die Fachkräfte vor Ort dies für notwendig befinden!

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