München: Student will helfen und wird ins Koma geprügelt - Spendenaufruf

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    • 20.09.12
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Auch Maria Furtwängler kämpft für Daniil (25)

Student wollte helfen - nun liegt er im Wachkoma

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München - Er wollte helfen - und wurde zum Opfer. Der 25-jährige Student Daniil Safin aus Russland stellte sich im Oktober 2011 in der russischen Stadt Beresniki vor drei junge Frauen, die von drei Männern angegangen wurden.

© fkn

Daniil Safin liegt seit Februar 2012 in einer Rehaklinik in Bad Godesberg. An seinem Bett: Bruder Ruslan, Schwägerin Olesia, Alois Meier (Vorstandsvorsitzender der Dominik-Brunner-Stiftung) und Mutter Larissa Safin (v. l. n. r.).

Larissa Safin ringt um Fassung. Sie sitzt in einem Salon des Münchner Hotels Vier Jahreszeiten. Vor ihrem Tisch knien Fotografen, Journalisten halten Stifte bereit. Larissa Safin erzählt die Geschichte ihres Sohnes Daniil, der noch bis vor einem Jahr ein gesunder junger Mann gewesen ist. Jetzt verbringt sie jeden Tag in seinem Krankenzimmer in einer Rehaklinik in Bad Godesberg. „Daniil war intelligent, sportlich, er wollte diesen Sommer heiraten und ein Zweitstudium in Jura beginnen“, erzählt die Frau mit dem akkurat gescheitelten blonden Haar auf Russisch. Eine Dolmetscherin an ihrer Seite übersetzt.

Eine junge Frau aus Bad Godesberg hat die Dominik-Brunner-Stiftung auf Daniils Schicksal aufmerksam gemacht. Sie hat über eine russische Bekannte davon erfahren. Die Stiftung prüfte den Fall gründlich und beschloss, Familie Safin finanziell zu unterstützen.

Die Stiftung wurde im November 2009 gegründet – zwei Monate, nachdem der Geschäftsmann Dominik Brunner auf dem S-Bahnsteig in Solln unter den Tritten zweier Jugendlicher zusammengebrochen und gestorben war. Er hatte vier Schüler vor den Angriffen der Schläger schützen wollen. Die Stiftung hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, Menschen zu helfen, die Zivilcourage beweisen und dabei selbst zu Opfern werden. Auch Prominente engagieren sich für die Einrichtung. Die Schauspielerin und Ärztin Maria Furtwängler ist Mitglied des Kuratoriums. „Der Fall hat uns alle an den tragischen Tod von Dominik Brunner am 12. September 2009 erinnert“, sagt sie.

In der Tat sind Parallelen nicht von der Hand zu weisen. Daniils Leidensweg begann frühmorgens am 15. Oktober 2011 in Beresniki, einer russischen Stadt in der Region Perm. Daniils Mutter Larissa Safin erzählt: „Eine Bekannte hat ihn angerufen und ihn um Hilfe gebeten, weil sie und zwei Freundinnen angegriffen wurden.“ Daniil fuhr sofort mit einem Freund los. Die drei Täter schlugen die Mädchen und setzten auch Daniils Freund gleich außer Gefecht. Daniil lenkte die Männer ab, so dass die Mädchen fliehen konnten. Was dann folgte, wirkt wie ein einziger Gewaltrausch: Die drei Männer verprügelten Daniil bis zur Bewusstlosigkeit und sprangen mit den Füßen auf seinem Kopf herum. Als Larissa Safin diese Details erzählt, kann sie die Tränen nicht mehr unterdrücken. Immer wieder senkt sie den Kopf.

Die Konsequenzen der Gewalttat: insgesamt 18 Frakturen, ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und mehrere massive Folgeerkrankungen. „In Russland konnte ihm keiner helfen, die Ärzte haben ihn heimgeschickt, weil sie keine sogenannten vegetativen Kranken aufnehmen“, sagt Daniils Mutter. Deshalb haben sie und ihre Familie Ende Oktober zehn Passagierplätze in einem Flugzeug gebucht und Daniil nach Deutschland bringen lassen. Er wog damals nur noch 27 Kilo.

Jetzt wiegt er 68 Kilo, zeigt erste Reaktionen. Die Ärzte glauben an weitere Verbesserungen. Eines Tages könnte Daniil zumindest im Rollstuhl sitzen, er wird aber immer ein Pflegefall bleiben. Die drei Männer, die dafür verantwortlich sind, wurden gefasst und verbüßen inzwischen mehrjährige Haftstrafen.

„Es ist kaum vorstellbar, was passiert, wenn solche Gewalt in ein Leben einbricht“, kommentiert Kuratoriumsmitglied Maria Furtwängler. „Der Sohn einer Freundin ist querschnittsgelähmt. Ich sehe da aus nächster Nähe, wie das den Alltag verändert.“

24 000 Euro kostet Daniils aufwändige Pflege monatlich. Nun geht der Familie das Geld aus – und niemand weiß, welche Belastungen noch auf sie zukommen. Deshalb springt nun die Stiftung ein.

Michaela Kakuk

Spenden

für Daniil Safin sammelt die Dominik-Brunner-Stiftung auf Konto 88 88 00, Kennwort „Daniil Safin“, bei der Stadtsparkasse München, BLZ 701 500 00.

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Kommentare

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kein Russe21.09.2012, 10:41
(7)(0)

Hotel 4 Jahreszeiten, Unterstützung etc,...........................gehts noch

Kontroller20.09.2012, 18:49
(3)(0)

in Russland reichen die sieben bis zehn Jahre Haft auch aus. Ich denke nicht, dass man in Russland eine Haftstrafe von länger als 10 Jahren überleben kann.

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