Nach 23 Jahren in Rente: Udes Chauffeur Manfred Haugg sagt Servus

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    • 23.03.13
    • München
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Nach 23 Jahren in Rente

Udes Chauffeur sagt Servus

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München - Manfred Haugg ist eine treue Seele. 23 Jahre lang chauffierte er Christian Ude. Der Oberbürgermeister verliert mit dem 63-Jährigen einen gefragten Ratgeber.

© Schlaf

Servus, Chef! Manfred Haugg (63) geht nach 23 Jahren als Fahrer von Christian Ude in den Ruhestand. Das Wunderbare an seinem Job seien die Autos gewesen.

Vom Müllfahrer zum Chauffeur des Oberbürgermeisters: Die Karriere von Manfred Haugg (63) ist beachtlich. Doch wer erwartet, dass der gebürtige Maxvorstädter das selbst als Mordsaufstieg empfindet, hat sich getäuscht. „I hob mi bei der Müllbeseitigung fei ned gschamt“, sagt er. Eine schöne Arbeit sei das gewesen – und die Kollegialität groß.

Ein Prachtmünchner ist dieser Haugg: Wiesn-Fan, Löwen-Anhänger – und unter seinem Schnauzbart schießen im Minutentakt Sprüche im schönsten Münchnerisch hervor.

Haugg begann als Außendienstler im Auto, fuhr danach Laster für eine Spedition. Als die pleite ging, wollte der junge Familienvater mehr Sicherheit. 1982 bewarb er sich bei der Stadt München und stand vor der Wahl: Entweder Bus oder Müllfahrer. Er entschied sich für Müll, vor allem wegen der geregelten Arbeitszeiten.

Mit denen war es vorbei, als 1987 für den Kommunalreferenten ein Fahrer gesucht wurde. Haugg bekam den Job – und wechselte wenig später zum damaligen OB Georg Kronawitter. Als Christian Ude 1990 zweiter Bürgermeister wurde, vermittelte Kronawitter Haugg weiter. „Der is der Richtige“, habe er gesagt, „der kennt nämlich jeden Hinterhof“.

Dem Ude sei er mehr oder weniger „aufs Aug drückt worn“, sagt Haugg. Dass sich da zwei gefunden haben, war aber schnell klar. „Ich habe ihn als geselligen und aufrechten Sozialdemokraten kennengelernt“, schwärmt Ude bei einer Autofahrt. „Des hast du aber schön gesagt“, antwortet der Fahrer. „Mir san ähnlich gstrickt“, findet Haugg. Beide frotzeln gern, tragen Schnauzbart, sind Löwenfans – und Sozialdemokraten. Haugg, seit 1972 SPD-Mitglied, kandidierte sogar zwei Mal für den Stadtrat – und verpasste den Einzug.

Ein ganz normaler Tag als OB-Chauffeur beginnt gegen 7.30 Uhr. Da holt Haugg seinen Chef am Kaiserplatz ab. Von Termin zu Termin geht es dann, oft zum Flughafen – und immer sitzt Ude auf dem Beifahrersitz. „Reden tun wir da ned dauernd“, berichtet Haugg. Denn der 7er-BMW ist Udes zweiter Schreibtisch. „Er hat einen Berg Unterlagen auf dem Schoß oder das Telefon am Ohr.“ Natürlich führen sie auch Gespräche, und da legt Ude Wert auf das Wort seines Fahrers. „I hoit ned hinterm Berg mit meiner Meinung“, sagt der. „Und i kimm, anders als er, mit ganz normale Leid zam.“

Eine Eigenschaft aber hat sein Chef, die macht Haugg fuchsteufelswild. Er formuliert es diplomatisch: „Seine nicht gerade Pünktlichkeit ist ja bekannt“, brummt er. Zum Beispiel damals, als Ude um acht Uhr morgens mit dem US-Botschafter im Hotel Vier Jahreszeiten verabredet war. Erst um zehn nach acht kam Ude aus dem Haus. Haugg stierte auf die Uhr. Bis Ude sagte: „Was hast denn? Verabredet waren wir doch pünktlich!“

Wunderbar an seinem Job seien die Autos gewesen: Er lenkte eine Wasserstofflimousine und durfte den 7er-Hybrid von BMW noch vor dem Verkaufsstart fahren. Und da waren die vielen Persönlichkeiten, die er kennenlernen durfte. Er schwärmt von Senta Berger und Blacky Fuchsberger – und erinnert sich gern an „Monaco Franze“ Helmut Fischer, mit dem er eine Zeit lang jeden Morgen einen Ratsch abhielt. Der „ewige Stenz“ hat sich noch im Autogästebuch verewigt, das Haugg sich irgendwann zulegte.

Im Ruhestand will Haugg mehr Zeit für seine Frau und Enkel Fabian (4) haben – und natürlich für seine große Leidenschaft, das Motorradfahren. Mit seiner Honda Gold Wing, mit der er schon mit Ude als Sozius im Anzug „über den Altstadtring gebrettert ist“, will er einige Touren unternehmen. So ganz aufs Altenteil wird sich Haugg aber ohnehin noch nicht begeben. Er begleitet „den künftigen Ministerpräsidenten“, wie er immer wieder sagt, als Fahrer für die Bayern-SPD im Wahlkampf. Und was, wenn Ude tatsächlich Landesvater wird und ihn weiter als Chauffeur will? „Das Rentnerdasein gefällt mir sehr gut“, hat Haugg Ude mitgeteilt. Und hinterhergeschoben: „Aber ich bin natürlich bestechlich.“

Münchens OB Christian Ude im Porträt

Caroline Wörmann

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Kommentare

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Graymano24.03.2013, 02:10
(1)(0)

Jeden Freitag fährt Manfred Haugg Bürgermeister Ude in die Moschee, zum Beten. ' Do san die Laid, wo den Ude wähl'n.' erklärt Haugg. Er selbst begleitet den Bürgermeister aber nicht dorthin. 'Sonst würdnst mi zoamschlogn, weil i koa Moslem ned bin. Aber den Ude, den kenn's guad.'

Hui-Buh24.03.2013, 00:45
(0)(0)

Schöne Geschichte

ProIkea23.03.2013, 22:50Antwort
(0)(0)

Dieser Chauffeur ist ein Mann aus dem Volk und darum gehts!

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