Schön, aber teuer: Der Olympiapark

Dramatische Zahlen

Olypark-Sanierung kostet fast eine halbe Milliarde

München - Die Kosten-Prognose für die Renovierung des Olympiaparks erreicht einen neuen Höchststand. Von 469 Millionen Euro ist die Rede.

Es sind gewaltige Summen, die in den kommenden Jahren in den Olympiapark gepumpt werden müssen. Dass die Sanierungskosten am Ende im dreistelligen Millionenbereich liegen werden, ist längst bekannt. Nach neuesten Schätzungen der Stadt nähert man sich inzwischen jedoch einer halben Milliarde Euro: Bis zum Jahr 2032 sollen im Olympiapark 469 Millionen in die Sanierung der alten Gebäude fließen. Das sind 71 Millionen Euro mehr als in der Kostenschätzung vom vergangenen Jahr.

Verantwortlich für die steigenden Kosten sind vor allem zwei „Worst-Case-Szenarien“, die neu in die Prognose aufgenommen worden sind: Darin enthalten ist ein „grundlegender“ Umbau des Olympiastadions sowie die Komplettsanierung des alten Eissportzentrums. Beide Maßnahmen sind jedoch noch nicht beschlossen.

Überhaupt gibt es viele Unbekannte in dem neuen Zahlenwerk. Wirtschaftsreferent und OB-Kandidat Dieter Reiter (SPD) hält eine deutlich bescheidenere Sanierung des Fußball-Stadions für denkbar. Über die Zukunft des Eisstadions ist ebenfalls noch nicht entschieden. Derzeit laufen Verhandlungen über den Neubau einer Multifunktionshalle, in der sowohl die Basketballer des FC Bayern als auch die Puckjäger des EHC Red Bull spielen können. Reiter will, dass die Vereine einen Großteil der Kosten übernehmen. Doch ob die Sportler hier mitspielen, ist noch unklar. Auch wie hoch der Preis einer solchen Halle wäre, weiß man noch nicht.

Die 469-Millionen-Euro- Prognose der Stadt ist daher als grobe Schätzung zu verstehen, hochgerechnet auf insgesamt 25 Jahre. Viele Entscheidungen stehen noch aus. Außerdem kann heute kein Mensch seriös vorhersagen, wie hoch die Baukosten in zehn Jahren sind.

„Das alles wird teuer, keine Frage“, sagt Olympiapark-Sprecher Arno Hartung. Aber die Gebäude seien nun mal 41 Jahre alt. „Und man muss bedenken, wie viel die Spiele von 1972 der Stadt gebracht haben.“ Im Vergleich zu anderen Sportstätten für olympische Sommerspiele sei der Park in München „weltweit mit Abstand die meistgenutzte Anlage“. In Städten wie Athen würden Stadien heute einfach brachliegen.

In München zieht der Park jedes Jahr eine Millionenschar an Besucher an. Trotzdem decken die Einnahmen durch Konzerte und Sportveranstaltungen kaum die laufenden Kosten. Das Geld für die Sanierung müssen die Stadtwerke und der Steuerzahler aufbringen. Die städtischen Zuschüsse werden heuer voraussichtlich bei 37,5 Millionen Euro liegen.

Was mit dem Geld geschieht, welche Maßnahmen als nächstes umgesetzt werden, beschließt der Stadtrat nur Schritt für Schritt. Gestern gab er grünes Licht für weitere 4,6 Millionen Euro, die in den Brandschutz und dringend notwendige Erhaltungsmaßnahmen gesteckt werden. Ohne das Geld müsste man den Betrieb im Olympiastadion, der Eishockeyhalle und der Event Arena bald einstellen.

So richtig teuer wird die Ausbesserung des Stadion-Zeltdachs, das je nach Zustand ab 2020 in Angriff genommen werden soll: Der Austausch der Plexiglasplatten und die Generalsanierung der schwebenden Konstruktion schlägt mit mehr als 80 Millionen Euro zu Buche. Zuletzt wurde das schmucke Dach Ende der 1990er Jahre erneuert.

von Thomas Schmidt

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