Polizeipräsident: „Es tut mir leid“

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    • 08.08.13
    • München
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Brief an Teresa Z.

Polizeipräsident entschuldigt sich für Prügel-Vorfall

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München - Der Münchner Polizeipräsident bedauert den Prügel-Vorfall in der Au. Dies schreibt Hubertus Andrä in einem Brief an das Prügelopfer Teresa Z. Ob der verurteilte Beamte Frank W. seinen Job bei der Polizei verliert, entscheidet sich in einem Disziplinarverfahren.

© Reinhard Kurzendörfer

Teresa Z. mit Anwalt Franz J. Erlmeier auf dem Weg ins Gericht.

Nach der Bewährungsstrafe für den 33-jährigen Frank W. hat Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä dem Prügelopfer Teresa Z. sein Bedauern ausgesprochen und der Frau Schmerzensgeld in Aussicht gestellt. Das geht aus einem Brief Andräs an die 23-Jährige hervor, der unserer Zeitung vorliegt. Er wolle ihr persönlich mitteilen, „dass es mir leid tut, dass Sie dadurch erhebliche Verletzungen erlitten haben“, schreibt Andrä in Bezug auf das unrechtmäßige Vorgehen seines Beamten. Das Amtsgericht hatte Frank W. am Dienstag wegen Körperverletzung im Amt zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt (wir berichteten). Er hatte Teresa Z. im Januar auf der Wache in der Au mit einem Faustschlag das Nasenbein und die Augenhöhle gebrochen.

© SchlafPolizeipräsident Andrä schrieb Teresa Z. einen Brief.

Die umgehende Reaktion Andräs auf das Urteil ist bemerkenswert, da es noch gar nicht rechtskräftig ist. Frank W. hat die Möglichkeit, Berufung einzulegen. Dies lässt vermuten, dass Andrä sich zuvor versichert hat, dass W. das Urteil akzeptieren wird. Der Polizeipräsident merkt in seinem Schreiben an, dass die Verletzungen des Opfers „vielleicht tiefer gehen, als die sichtbaren Wunden es erahnen lassen“. Er hätte sich „gewünscht, dass es gelungen wäre, diese Situation zu beruhigen und verletzungsfrei zu lösen.“ Andrä will der 23-Jährigen zudem ermöglichen, ihre „finanzielle Forderung“ an das Polizeipräsidium „zeitnah geltend“ zu machen.

Franz Erlmeier, der Anwalt von Teresa Z., nennt den Brief „ein wichtiges Zeichen und eine schöne Geste“. Eine Entschuldigung für das Verhalten des prügelnden Beamten sei dies zwar nicht. „Offenbar ist es Herrn Andrä aber ein Anliegen, sein persönliches Bedauern zum Ausdruck zu bringen.“ Die Schmerzensgeldforderungen seiner Mandantin werde er dem Präsidium mitteilen, wenn das Urteil rechtskräftig sei. Teresa Z. leidet bis heute an den Folgen einer Hornhautverletzung. Im Prozess gab sie an, auch psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um das traumatische Erlebnis zu verarbeiten.

Das Amtsgericht hatte geurteilt, dass der Polizeihauptmeister die Tierarzthelferin nicht aus Notwehr mit der Faust geschlagen hatte: „Sie waren sauer und haben zugeschlagen, weil Sie angespuckt wurden“, sagte Richter Josef Bonkamp. Nun rückt die Frage in den Vordergrund, ob Frank W. Beamte in den Reihen der Münchner Polizei bleiben kann. Ab einer Bewährungsstrafe von zwölf Monaten wäre W. automatisch entlassen worden. Nun wird ein internes Disziplinarverfahren über seine Zukunft entscheiden. Laut Polizeisprecher Wolfgang Wenger ruht das Verfahren, bis das Urteil rechtskräftig ist. Seit der Anklage im Mai ist der Beamte suspendiert.

Mögliche Konsequenzen reichen laut Wenger „von der Verwarnung über die Degradierung und Gehaltskürzung bis zur Entfernung aus dem Polizeidienst“. Der damalige Polizeichef Wilhelm Schmidbauer hatte im Juni im Merkur-Interview gesagt: „Ich dulde keine Straftäter in unseren Reihen. Vor allem können wir keine Schläger brauchen.“ Wenger betont jedoch, die Entscheidung sei völlig offen: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Nur weil jemand wegen Körperverletzung verurteilt wird, ist er nicht gleich ein Schläger.“

Anwalt Erlmeier hat „den nachhaltigen Eindruck, dass Frank W. nicht für den Polizedienst geeignet ist“. Er habe sich im Prozess völlig uneinsichtig gezeigt. W. hatte sich bei Teresa Z. für die Verletzungen, nicht aber für die Tat an sich entschuldigt. Zudem verweist Erlmeier darauf, dass bereits 2010 Ermittlungen gegen W. liefen. Damals hatte er eine schwangere Frau gefesselt und gegen ein geparktes Auto gedrückt. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Erlmeiers Forderung: „Wenn die Polizei konsequent ist, entfernt sie ihn aus dem Dienst.“

Angelo Rychel

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Kommentare

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Zensus09.08.2013, 12:44Antwort
(1)(0)

Die Aussage scheint aber recht blöd gewesen zu sein ;-))

Rooobert09.08.2013, 12:35Antwort
(1)(0)

schön dann wander doch aus

Chris09.08.2013, 03:21Antwort
(2)(0)

Warum steht es ausser Frage?
Waren doch nur Polizisten anwesend die diese Tat des Beamten gedultet haben.Die sind als Zeugen nix Wert nach dem Urteil.Die sollten eigendlich genauso vor den Richter kommen

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