Projekt "Ziem": Ude hält Moschee-Standort für unrealistisch

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    • 14.02.13
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Projekt "Ziem": Ude hält Moschee-Standort für unrealistisch

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München - Für das geplante Islam-Zentrum Ziem wird der zentrale Standort an der Herzog-Wilhelm-Straße immer unwahrscheinlicher. Die Diskussion um andere Standorte könnte jetzt neu aufflammen.

Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hält die Stimmung im Stadtrat für eindeutig. „Nach meinem Eindruck kann sich weder die CSU noch die SPD dafür erwärmen“, sagte er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung über einen Moschee-Standort an der Herzog-Wilhelm-Straße. „Bei einigen Leuten geht es um die Symbolik“, sagte er. Die Fraktionsvorsitzenden Josef Schmid, CSU, und Alexander Reissl, SPD, hatten darauf verwiesen, dass auch die Evangelische Kirche keinen Sitz innerhalb des Altstadtrings habe. „Andere halten eine Moschee über einer Tiefgarage nicht für einen würdigen Standort“, sagte Ude.

In der Zufahrt, über die die Stachus-Passagen unterirdisch beliefert werden, sieht Ude ein Sicherheitsproblem. Er betonte, dass der Stadtrat sich ohnehin nie für diesen Moschee-Standort ausgesprochen habe. „Es wurde nur immer wieder dieser Eindruck erweckt.“ Die Grünfläche an der Herzog-Wilhelm-Straße gehört der Stadt. Seit der Standort diskutiert wird, sammelt die rechtspopulistische Partei „Die Freiheit“ Unterschriften gegen die Moschee „am Stachus“.

Ude steht zum Grundsatzbeschluss aller Fraktionen. „Wir haben klipp und klar gesagt: Unsere Sympathie für ein Projekt dieser Art steht“. Der Penzberger Imam Benjamin Idriz und seine Mitstreiter planen das „Zentrum für Islam in Europa München“ (Ziem) mit Gemeindezentrum, Museum und Moschee. Dort solle deutsch gepredigt und ein europäischer Islam im Sinne des Grundgesetzes fortentwickelt werden. Idriz hofft, dass der Emir von Katar eine 40-Millionen-Euro-Finanzspritze gibt.

„Es ist der Eindruck erweckt worden, das sei ein städtisches Projekt“, sagte Ude, der sich kürzlich mit dem katarischen Premierminister getroffen hatte. „Wir sind aber nicht die Klinkenputzer, die Geldgeber suchen. Eine Finanzierung ist Sache des Bauherrn.“ Auch Kirchen müssten ihre Bauten selbst finanzieren. Man habe lediglich die politische Unterstützung versichert. Konkret geprüft werde ein Standort, wenn die Finanzierung stehe.

Den Initiatoren von Ziem käme es hingegen gelegen, wenn die Stadt sich zuerst festlegen würde. „Ein potentieller Geldgeber wird natürlich fragen: Wo ist das Grundstück? Was wird es kosten? Es ist sehr wichtig zu wissen, wo das Grundstück ist“, sagte Idriz gestern. „Das gemeinsam mit uns zu klären, ist jetzt Sache der Stadt.“ Das Problem Tiefgarage ist ihm bekannt. „Wir verstehen und teilen die Sicherheitsbedenken, die sich angesichts zunehmender Islamfeindlichkeit aus einer Tiefgarage unmittelbar unter einem Islamischen Zentrum ergeben“, heißt es in einer „Ziem“-Mitteilung. „Diese Bedenken sollten gemeinsam besprochen werden.“

Offenbar setzt man sich nun zunehmend mit der Frage nach einem anderen Standort auseinander. Bestimmte Voraussetzungen müssten unbedingt erfüllt werden. Dazu gehöre „eine Lage keinesfalls außerhalb des Mittleren Rings“. Vermieden werden solle eine „eventuell als deplatziert empfundene Lage innerhalb reiner Wohngebiete“ oder eine „Insellage in Gewerbegebieten“. Das „Viereck der Religionen“ mit Frauenkirche, evangelischer Matthäuskirche und Synagoge würde „das Selbstverständnis der modernen Stadtgesellschaft glaubwürdig darstellen und in die Wirklichkeit umsetzen“, heißt es von „Ziem“.

OB Ude sagte: „Es muss nicht unbedingt eine Lage im historischen Kern der Altstadt sein.“ Er betonte aber: „Es soll keine Abdrängung an den Stadtrand oder in ein Gewerbegebiet geben.“ Die Lage solle „durchaus repräsentativ“ sein.

Von Felix Müller

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