• aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL2xva2FsZXMvbXVlbmNoZW4vc3RhZHQtbXVlbmNoZW4vc2VlaG9mZXItYW1lcmlrYWhhdXMtbXVzcy1hdXN6aWVoZW4tMTg4NzI3MS5odG1s1887271Seehofer: Amerikahaus muss ausziehen0true
    • 13.03.12
    • München
    • 17
    • Drucken

Seehofer: Amerikahaus muss ausziehen

    • recommendbutton_count100
    • 0

München - Nach monatelangen Streitereien spricht Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ein Machtwort: Das Amerikahaus muss das Gebäude am Karolinenplatz für die Acatech räumen. Ersatz gibt es wohl gegenüber, in den Räumen der Lotterieverwaltung.

Der Streit sorgt seit Monaten für schlechte Laune im bayerischen Kabinett, inzwischen muss sich mit Markus Söder schon der zweite Finanzminister damit herumschlagen. Jetzt hat Ministerpräsident Horst Seehofer endgültig die Nase voll: Am Freitagnachmittag befasste sich der Koalitionsausschuss von CSU und FDP noch einmal mit der Zukunft des Amerikahauses (wir berichteten). Gestern verkündete Horst Seehofer nun das Ergebnis: „Wenn Acatech da rein will, wird das gemacht.“

Seit mehr als einem Jahr sucht die Staatsregierung inzwischen eine repräsentative Heimat für die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die derzeit noch in der Residenz angesiedelt ist. Die Idee, das Bayerisch-Amerikanische Zentrum – kurz: Amerikahaus – umzusiedeln, stammte von Söders Vorgänger Georg Fahrenschon, der allerdings nicht mit dem breiten Aufschrei gerechnet hatte. Monatelang wurde nach Alternativen gesucht – auch im Vordergebäude der Staatlichen Lotterieverwaltung, die gleich auf der anderen Straßenseite liegt.

Nun wird also doch der ursprüngliche Plan umgesetzt. Dieser Lösung „neigt es sich sehr stark zu“, sagte Seehofer gestern. Für das Amerikahaus bietet sich ein Umzug in das Vorderhaus der Lotto-Zentrale schräg gegenüber am Karolinenplatz an. Etliche Mitarbeiter der staatlichen Lotterieverwaltung müssten dann ausziehen – wohin und ob innerhalb Münchens, ist noch offen.

Seehofer versprach, dass der Saal des Amerikahauses weiterhin für Veranstaltungen genutzt werden könne, auch die Bezeichnung soll bleiben. Er will zudem garantieren, dass das Amerikahaus – falls dies die Acatech wünscht – vor dem Einzug generalsaniert wird. „Wenn die Sanierung nötig ist, wird auch das gemacht.“ So lange könne die Akademie an ihrer provisorischen Unterkunft in der Residenz bleiben. Seehofer bekräftigte, dass es für ihn oberste Priorität habe, einen Abzug von Acatech „nach Berlin oder Hamburg“ zu verhindern. Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) soll nun die Details regeln.

Am Karolinenplatz schlug die Nachricht gestern ein wie eine Bombe – und die Begeisterung hielt sich in Grenzen. „Das ist neu für mich“, sagte Erwin Horak, Präsident der Lotterieverwaltung. Ihn habe zuletzt keiner informiert. „Alles was ich bislang weiß, entnehme ich dem ,Merkur‘.“ Horak sagte, er bedauere es, wenn seinen Argumenten keine Rechnung getragen werde. „Aber wir müssen jetzt erst einmal die Details der Entscheidung abwarten.“ Im repräsentativen Vorderteil der Lotterieverwaltung arbeiten 70 bis 80 Mitarbeiter, für die nun neue Arbeitsplätze gesucht werden müssen. Bei den Angestellten (nur zehn Prozent der Beschäftigten der Lotterieverwaltung sind Beamte) stößt das auf entschiedenen Widerstand. „Die Mitarbeiter werden sich wehren. Wir lassen uns das nicht einfach gefallen“, kündigte der Personalratsvorsitzende Yusuf Güngörmüs an.

Auch auf der anderen Straßenseite reagierte man entsetzt auf die Nachricht. „Das muss ich jetzt erst einmal verdauen“, sagte Raimund Lammersdorf, Direktor des Bayerisch-Amerikanischen Zentrums, der ebenfalls vergeblich auf Informationen gewartet hatte. „Mit dieser Regelung müssten wir unser Programm auf 20 Prozent reduzieren.“ Es sei ausgeschlossen, im Saal Veranstaltungen mit mehreren hundert Schulkindern durchzuführen und gleichzeitig einen Akademiebetrieb aufrecht zu halten. „Das passt einfach nicht zusammen.“ Lammersdorf glaubt immer noch, dass die Lösung genau anders herum optimal gewesen wäre: Die Acatech in der Lotterieverwaltung – und bei Veranstaltungen zu Gast im Saal des Amerikahauses. Doch dieser Vorschlag ist nun offenbar endgültig vom Tisch.

Christian Deutschländer und Mike Schier

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

zurück zur Übersicht: Stadt München

Kommentare

  • Neueste Kommentare
  • Beliebteste Kommentare
Ottenbacher08.06.2012, 08:01
(0)(0)

Erinnert an das "Literaturhaus", wo ein wertvolles Gebäude in Bestlage aus öffentlichem Eigentum zum Besitz einer Stiftung wurde.

Thomas S.14.03.2012, 09:30Antwort
(0)(0)

Natürlich finden Dienstbesprechungen nicht in den Pausen statt. Aber normalerweise im selben Gebäude. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Produktionsbetrieb, eine Bank, ein IT-Unternehmen oder eine Behörde handelt.
Das Argument mit weniger Ratscherei in den Pausen ist sowieso unsinnig, weil diese dann halt unter den 50 ausgelagerten Mitarbeiter weiterhin stattfindet. Wahrscheinlich eher noch mehr bei der tollen Motivation.

Aloisi14.03.2012, 09:08Antwort
(0)(0)

Unsinn, Dienstbesprechungen finden nicht in den Pausen statt, und bei klaren Arbeitsanweisungen in einem Betrieb mit relativ einfachen Bürotätigkeiten, wie dort vorliegend, reicht die Onlinekommunikation. Genau das ist auch der Grund warum die Belegschaft auf zwei Standorte verteilt werden kann. Sonst würde es der Dienstherr nämlich nicht machen. Prokuktionsbetriebe z.B. kann man nicht so einfach aufteilen.

Alle Kommentare anzeigen

Wetter für München und Bayern

Aktuelle Fotostrecken

Unsere Bilder des Tages

Bilder des Tages
weitere Fotostrecken:
Neue Halle für EHC München und Bayern-Baskets bis 2017?

Neue Halle für EHC und Bayern-Baskets bis 2017?

München - Nach dem Abtritt von Trainer Pierre Pagé ist so einiges ungewiss beim EHC München. Doch die Zeichen beim EHC stehen weiterhin auf: volle Attacke!Mehr...

Nachrichten aus dem Landkreis

Der Taferlmaler

Der Taferlmaler

Neufahrn - Alle fünf Jahre, immer so Anfang bis Mitte März, bekommt Josef Reitinger aus Neufahrn Besuch. Wer vor der Tür steht, weiß er vorher nicht. Er weiß nur, dass er Arbeit bekommt. Eine Arbeit, die er aber eher als Vergnügen ansieht: Reitinger restauriert in liebevoller Kleinarbeit die Zunftzeichen des Neufahrner Maibaums.Mehr...

Schon mit Papa im Gemeinderat

Schon mit Papa im Gemeinderat

Ottobrunn - 1978 wurde Karol Wojtyla zu Papst Johannes Paul II. und Babys durften nicht ins Ottobrunner Schwimmbad. Monika Modrow-Lange schaffte es im selben Jahr erstmals in den Ottobrunner Gemeinderat. Der Auftakt einer Serie.Mehr...

Nachrichten vom Flughafen München

Bundespolizei nimmt Millionenbetrüger fest

Bundespolizei nimmt Millionenbetrüger fest

Flughafen - Vier dicke Fische haben die Sicherheitsbehörden am Flughafen München an Land gezogen. Darunter: ein Millionenbetrüger und drei Uhren-Schmuggler.Mehr...

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.