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    • 27.06.12
    • München
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Stillstand auf der Stammstrecke

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München - Geduld ist gefragt, wenn die S-Bahn-Stammstrecke von 6. Juli an sieben Wochenenden lang komplett gesperrt bleibt. Fahrgäste müssen auf Ersatzbusse, U-Bahn oder Tram umsteigen.

Das Herzstück der Münchner S-Bahn, die Stammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof, bleibt sieben Wochenenden lang gesperrt.

Eine so umfassende Sperrung des Herzstücks der Münchner S-Bahn gab es zuletzt 2003: Damals war der Stammstreckentunnel monatelang sonntags gesperrt, bevor der Zehn-Minuten-Takt auf einigen Linien eingeführt wurde. Nun also erneut ein so großer Eingriff: An den sieben Wochenenden zwischen 6. Juli und 20. August geht auf der Stammstrecke zwischen Freitagabend, 19.30 Uhr, und Montagfrüh, 4 Uhr, nichts mehr.

Die Sperrung zwischen Pasing und Ostbahnhof ist notwendig, weil die Deutsche Bahn die unterirdischen Stationen mit Brandschutztechnik nachrüsten und alte Schienen und Weichen austauschen muss. Bernhard Weisser, Geschäftsführer der S-Bahn München, spricht von einer enormen Herausforderung. Die aber sei zu bewältigen, denn man könne auf Erfahrungen durch die Sperrungen an Pfingsten 2011 und während der Inbetriebnahme des Stellwerks Pasing im August vergangenen Jahres zurückgreifen. „Wir haben ein klein wenig Routine“, beruhigt Weisser. Dennoch: Auf S-Bahn-Nutzer kommen die größten Einschränkungen seit Jahren zu.

Normalerweise versuche die Bahn, solche Baumaßnahmen komplett in die Ferien zu legen, betont S-Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp. Das sei nun aber nicht möglich, weil am letzten August-Wochenende ein großer Kardiologen-Kongress in München stattfindet. „Da hat die Stadt ihr Veto eingelegt.“ Auch hätten die Planer die Bauarbeiten bewusst auf mehrere Wochenenden verteilt. „Ein alternatives Verkehrskonzept wäre unter der Woche während des Berufsverkehrs nur mit größeren Einschränkungen umzusetzen“, betont Weisser - und fordert erneut vehement eine zweite Stammstrecke. „Hätten wir sie, müssten wir nicht solche Kopfstände machen.“

Während der Sperr-Wochenenden fahren die S-Bahnen auf den Außenästen im normalen Fahrplan. Züge, die aus Osten die Innenstadt anfahren wenden am Ostbahnhof. Die Linien S3 und S4 enden aus Westen bereits in Pasing. Lediglich die S1, S2, S6 und S7 aus dem Westen fahren auf den Fernbahngleisen zum Hauptbahnhof. Die S8 fährt durchgehend zwischen Herrsching und Flughafen über den Südring.

Um die Einschränkungen für die Fahrgäste zu begrenzen, setzt die Bahn zwischen Ostbahnhof und Pasing Ersatzbusse ein. Sie sollen abends und am Samstag im Drei-Minuten-Takt fahren, nach 23 Uhr und vor 7 Uhr morgens alle fünf Minuten und in der Nacht alle zehn. Hier müsse man jedoch die längere Fahrzeit beachten, sagt Weisser. „Die Busse brauchen für die Strecke Pasing - Ostbahnhof 50 Minuten.“ Die S-Bahn bewältigt sie in 20 Minuten.

Ein Problem mit dem Anschluss an den Schienenersatzverkehr gibt es an zwei S-Bahn-Stationen, wie Heiko Hamann, Leiter des Bahnhofsmanagements, einräumt. „Am Hirschgarten ist die Bushaltestelle nicht auf der Friedenheimer Brücke, sondern an der Landsberger Straße“, sagt er. Und in Pasing müssen Fahrgäste einen 15-minütigen Fußmarsch bis hinter die Pasing Arcaden in Kauf nehmen. Dies sei wegen der Bauarbeiten am Pasinger Bahnhof nicht anders möglich.

Alternativ zu den Ersatzbussen können Fahrgäste auch auf U-Bahnen, Tram und MVG-Busse ausweichen. Die Bahn kommt für das verstärkte Angebot der MVG an den betroffenen Wochenenden auf. Die U-Bahnlinie U5 fährt zwischen Ostbahnhof und Theresienwiese alle fünf bis zehn Minuten. Auf der Tramlinie 19 verkehren längere Züge und auf der Buslinie 162, die zwischen Pasing, Obermenzing und Moosach unterwegs ist, fahren größere Gelenkbusse.

Um Fahrgästen die Orientierung zu erleichtern, setzt die Bahn jeden Tag 200 Mitarbeiter ein. Die sogenannten „Reisendenlenker“ - erkennbar an ihrer leuchtend orangenen Weste - sollen an allen Stammstrecken-Stationen stehen und Hilfe anbieten.

Im Internet sind die Änderungen unter www.s-bahn-muenchen.de unter Baustelleninformation zu finden. Auch im Videotext des Bayerischen Fernsehens finden sich auf Seite 899 Details.

Von Caroline Wörmann

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