"Es hätte jede andere treffen können"

Video: Polizei schildert das Motiv des Mörders

München - Die Münchner Polizei hat den Mörder von Katrin M. festgenommen. Der 19-Jährige stammt aus der Nachbarschaft und muss die junge Frau heimtückisch angegriffen haben:

Das bestätigte ein Sprecher der Pressestelle der Polizei München gegenüber unserem Onlineportal. Die Soko "Aidenbach" hat am Donnerstagvormittag zugeschlagen und einen 19-Jährigen verhaftet. Wie die Polizei in einer Pressekonferenz mit dem Leiter des Kommissariats 11, Markus Kraus, und Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch, bekannt gab, wurde der Verdächtige in der Wohnung seiner Eltern festgenommen. 

Der Verdächtige hat die Tat laut Polizei am Donnerstag bereits weitgehend gestanden. Das Motiv des 19-Jährigen klingt unglaublich: Er will Katrin M. aus Gier nach einer Wohnung getötet haben. "Ich habe gehofft, ich komme so an eine neue Wohnung", soll er bei seiner Festnahme gesagt haben.

Nach Informationen der tz lebt der 19-Jährige in der Boschetsriederstraße in einem Rückgebäude des Hauses, in dem Katrin M. wohnte. Gekannt habe er sein Opfer nicht, seine Wahl fiel willkürlich auf die 31-Jährige. Er sei Katrin M. auf der Straße einfach hinterhergelaufen und in den Flur gefolgt, in dem die brutale Tat dann geschah. Er habe bei seinem Plan auf ein weibliches Opfer gewartet, erklärte die Polizei am Mittag, "damit er sie auch überwältigen kann". Der Täter muss Katrin M. heimtückisch attackiert haben: Laut Polizei trug das Opfer Kopfhörer und hörte seinen Mörder deshalb nicht kommen.

Die Tatwaffe

Erste Ermittlungen deuten darauf hin, dass der Täter psychisch auffällig ist. Auf die Spur des Mannes war die Polizei durch die Überprüfung durch sogenannte "Gefährder" in der Nachbarschaft gekommen. Er war ins Visier der Beamten geraten, als er vor einiger Zeit in den Besitz einer scharfen Waffe gelangen wollte und wegen möglicher Gewaltphantasien unter Beobachtung stand. Ein Vergleichstest der DNA-Spuren vom Tatort bestätigte den Verdacht des Mordes.

In seinem Zimmer in der Wohnung der Eltern fanden die Ermittler den abgebrochenen Griff der Tatwaffe sowie blutige Kleidung.

Laut Polizei werde der 19-Jährige nun psychiatrisch untersucht und entsprechend untergebracht. Der Verdächtige soll am Freitagnachittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft wird Haftbefehl wegen Mordes beantragen.

Katrin M. war Anfang Januar abends im Flur ihres Wohnhauses brutal erstochen worden, die abgebrochene Klinge der Tatwaffe, vermutlich ein Küchenmesser, lag neben ihr.

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Die Polizei suchte mit dem letzten Bild der jungen Frau nach Zeugen und stockte später die Soko deutlich auf. Einen Raubüberfall schlossen die Beamten schnell aus, genauso unwahrscheinlich war eine Sexualstraftat. Der Lebensgefährte der Frau stand nicht unter Verdacht. Erst vor wenigen Tagen war die aus Sachsen stammende 31-Jährige in ihrer Heimat in Klix bei Bautzen beigesetztworden.

mm/dpa

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