Bürgermeister Albert Müller aus Scheyern: Spanner-Vorwurf nach Rock-Fotos am Stachus

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    • 22.06.13
    • München
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An Stachus-Rolltreppe

Rock-Fotos: Bürgermeister unter Spanner-Verdacht

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München - Neue Spanner-Vorwürfe gegen Albert Müller: Scheyerns Bürgermeister soll am Stachus Frauen unter den Rock fotografiert haben. In der Vergangenheit wurde er nie rechtskräftig verurteilt - nun scheint die Beweislage eindeutig.

© Oliver Bodmer

Für Albert Müller wird es eng: Der Bürgermeister von Scheyern, hier im Oktober 2012 vor dem Verwaltungsgerichtshof, sieht sich erneut Voyeur-Vorwürfen ausgesetzt

Die Frage, ob Albert Müller ein Spanner ist, beschäftigt die Öffentlichkeit schon seit einigen Jahren. 2009 tauchten Vorwürfe auf, der Bürgermeister der Gemeinde Scheyern (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) habe sich mit einer Damenperücke verkleidet an einer Raststätte auf eine Frauentoilette geschlichen. Rechtskräftig verurteilt wurde er aber nie. Nun könnte es jedoch eng werden für Müller: Er soll am Donnerstagmittag gegen 12.20 Uhr auf der Stachus-Rolltreppe unter mehrere Frauenröcke fotografiert haben, berichtet die tz. Bei seiner Festnahme hat er laut Polizei auch die Beamten geschlagen und getreten. Eine 25-Jährige erstattete sofort Anzeige gegen den Rathauschef. Das Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte läuft. „Wir bestätigen, dass es sich bei dem Beschuldigten um Albert Müller handelt“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch.

Wegen eines ähnlichen Vorfalls musste sich ein Gericht noch im Dezember mit Albert Müller beschäftigen. Er soll sich im Januar 2009 mit einer Langhaar-Perücke verkleidet auf die Damentoilette des Autobahn-Parkplatzes Paunzhausen an der A 9 geschlichen und dort mit einem Spiegel unter der Kabinenwand hindurch eine fremde Frau beobachtet haben. Strafrechtlich konnte die Sache nie verfolgt werden, weil die Betroffene keine Anzeige erstattet hatte und es im Strafgesetzbuch keinen entsprechenden Spanner-Paragraphen gibt. Das Verwaltungsgericht jedoch brummte ihm eine dreijährige Kürzung seines Gehalts um ein Fünftel auf. Müller ging daraufhin in Berufung und bekam Recht.

Der Verwaltungsgerichtshof hob dieses Urteil im Dezember auf. „Im Zweifel für den Angeklagten“, sagte der Richter im Dezember. Allerdings habe er Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit Müllers. Dieser hatte dem Gericht eine skurrile Erklärung aufgetischt. Er habe damals eine Anhalterin aus München mitgenommen , die in Panzhausen die Toilette aufgesucht habe, während er ihm Auto geblieben sei. Und die Aufnahmen auf seiner Kamera habe nicht er gemacht, sondern sein toter Bruder.

Ob der Politiker (Wählergruppe Gemeinde Scheyern) dieses Mal ungeschoren davon kommt, ist zweifelhaft. Denn die Zeugenaussagen und die Beweislage sind eindeutig: Wie die tz berichtet, konnte die Polizei die Chipkarte mit den Rockfotos sicherstellen. Obwohl Müller bei seiner Festnahme noch alles daran gesetzt hatte, die Kamera mit dem kompromittierenden Material zu zerstören. Im schlimmsten Fall droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe. „Dass er Widerstand leistete und noch versuchte, die Kamera zu zerstören, könnte sich strafverschärfend auswirken“, sagte Oberstaatsanwalt Steinkraus-Koch.

Ein Verkäufer der Obdachlosen-Zeitschrift BISS hatte den mutmaßlichen Spanner am Donnerstag identifiziert. Müller wurde anschließend auf die Wache gebracht und erst Stunden später wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein Polizist erlitt auf Grund seines heftigen Widerstands bei der Festnahme eine Rückenprellung.

2002 wurde Müller zum Bürgermeister der oberbayerischen Gemeinde im Landkreis Pfaffenhofen gewählt. 2008 bestätigten ihn die Scheyerner im Amt. Der Bürgermeister wollte sich gestern nicht zu den Vorwürfen äußern.

Sebastian Arbinger und Angelo Rychel

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Kommentare

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erschüttert27.06.2013, 10:18Antwort
(1)(0)

Ich finde Ihren Kommentar unter aller Sau. Und über all diejenigen, die ihn gut finden bin ich entsetzt. Bei einer eindeutigen Beweislage von Unschuldsvermutung zu sprechen ist schon erstaunlich. Und wo bitte ist hier von einer medialen Vorverurteilung zu lesen?
Noch erschütternder finde ich allerdings den Vergleich zwischen Politikern, die sich die Taschen vollmachen und denjenigen, die die Intimsphäre fremder Menschen verletzten und dabei sogar noch das eine dem anderen vorzuziehen. Drastisch ausgedrückt: Lieber will ich einen Spanner als einen Betrüger als Bürgermeister, weil es geht hier ja um meine Kohle????? Es hat ja keiner Schaden erlitten. Ist das nicht Pseudo-Moral?

Stinger23.06.2013, 18:51Antwort
(1)(0)

Welche Vorteilnahme?
Wenn Sie die Londonreise meinen sollten Sie sich eher fragen warum sichHerr Seehofer die Reise vom Steuerzahler finanzieren ließ.

Stinger23.06.2013, 18:45Antwort
(2)(0)

Welche Straftaten hat denn Herr Reiter begangen, oder wollen Sie ihn nur verleumden?

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