Münsing - Zehn Jahre nach ihrer Gründung hofft die Pocci-Gesellschaft auf ein eigenes Museum in Münsing. Wie ein solches ankommen würde, testet sie vorab im Hollerhaus.

Hoffnung auf ein Plätzchen im renovierten Pallaufhof
„Es gibt sie noch immer, jene Menschen, denen nur die Münchner U-Bahn-Station einfällt, wenn sie den Namen Pocci hören“, weiß der Münsinger Michael Köhle. Doch wesentlich mehr Menschen ist seit zehn Jahren stärker ins Bewusstsein gerückt, wer Pocci eigentlich war, und vor allem, welch vielseitiges kulturelles Oeuvre er hinterlassen hat. Ein Verdienst der Münsinger Pocci-Gesellschaft. Auf den Tag genau zehn Jahre nach der Gründungsversammlung hielten die Vorstandsmitglieder am Mittwochabend Rückschau und Ausblick auf ihre Vereinsgeschichte, in der sie „Pocci aus dem Dornröschenschlaf holten“, wie es Hans Maenner formulierte.
Die vielleicht größte Herausforderung aber wartet noch: Die Gesellschaft will in Münsing ein Museum nach Vorbild des Tegernseer Olaf Gulbransson Museums aufbauen. „Im Dezember hatte es unserer Ansicht nach einen deutlichen Sinneswandel in der Gemeinde gegeben, dass sich der Pallaufhof zu einem Kulturzentrum entwickeln könnte“, sagte der Vorsitzende Köhle. Die Pocci-Gesellschaft träume von „zwei bis drei festen Räumen“. Doch dass die Entwicklung des Pallaufhofs noch ganz am Anfang steht, ist ihnen bewusst: „Wir äußern nur Hoffnungen, mal sehen, was sich ergibt“, so Köhle. Auch Münsings Bürgermeister Michael Grasl betont, dass die Zukunft der Pallaufhofs völlig offen ist.
Obwohl in Sachen Pallaufhof noch nichts in trockenen Tüchern ist, die Pocci-Gesellschaft macht trotzdem Nägel mit Köpfen: Pünktlich zum Jubiläum eröffnet die Gesellschaft nämlich ein „Pocci-Museum“ im Irschenhausener Hollerhaus. „Das ist sozusagen unsere Vorübung, wie es später in Münsing ausschauen könnte“, sagte Köhle. Im Nebenzimmer und der Stube werden vorerst zeitlich unbegrenzt Karikaturen und andere Exponate von Pocci zu sehen sein. „Das Hollerhaus hat zudem den Vorteil, dass im Atelier Veranstaltungen parallel laufen können“, so der Chef. Auch wenn Öffnungszeiten, Versicherung und Exponate derzeit noch zu regeln sind, das Startdatum für das Miniatur-Museums steht: Am 3. März öffnet das erste „Pocci-Museum“ im Hollerhaus seine Pforten.
(cjk)
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