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Politikerderblecken Murnau Griesbräu Starkbieranstich

Politikerderblecken: Eine heikle Mission

Murnau - Darauf haben die Fans gewartet: Murnaus beliebtes Politikerderblecken kehrt heuer zurück auf die Bühne des Griesbräu-Brauhauses - nach einer Pause im vergangenen Jahr.

Das waren noch Zeiten: (v.l.) Hans-Jürgen Steib, Sepp Gramer, Josef Bierling und Kurt Schweda beim Politikerderblecken auf der Bühne. Gramer ist inzwischen nicht mehr dabei, er feilt an einer Solo-Karriere als Fastenprediger. Foto/Archiv: her

Wie bereits berichtet, war 2011 die Gaudi-Gruppe des Original Murnauer Bauerntheaters nach dem Ausstieg Sepp Gramers nicht dazu gekommen, ein Programm auf die Beine zu stellen. Doch in gut drei Wochen am Samstag, 17. März, wollen die Schauspieler wieder in neuer Besetzung die Orts-, Kreis- und Landespolitik durch die satirische Brille betrachten und den Volksvertretern gehörig die Leviten lesen. Mit von der Partie sind wie bisher Josef Bierling, Hans-Jürgen Steib und Kurt Schweda sowie als Verstärkung Ursula Ohliger und Petra Albrecht.

Mit Spannung wird erwartet, wie die fünf Akteure in ihren Texten und Liedern die Konflikte und das Stühlerücken im Murnauer Gemeinderat aufs Korn nehmen. Eins ist sicher: Das wird keine leichte Aufgabe. Denn viele Mandatsträger empfinden die Turbulenzen, die von Misstrauen und Feindseligkeiten bestimmt werden, alles andere als witzig - und dürften auf Spötteleien ziemlich verschnupft reagieren. Das wäre nicht zum ersten Mal: Hinter den Kulissen soll es in den vergangenen Jahren schon zu heftigen Beschwerden gekommen sein.

„Das ist eine Herausforderung“, räumt Bierling ein, der als treibende Kraft und Ideengeber des Politikerderbleckens gilt. Der Hechendorfer hat es doppelt schwer: Er musste sich schon öfters den Vorwurf anhören, beim Schreiben und auf der Bühne nicht neutral zu sein. Schließlich ist er Zweiter Bürgermeister und sitzt für die CSU im Gemeinderat. Doch Bierling ist davon überzeugt, die Gratwanderung zu meistern. „Ich kann das auseinanderhalten“, sagt er. Er werde darauf achten, dass die Politikerschelte ausgewogen ausfällt und jeder sein Fett abbekommt. Näheres will er nicht verraten. Nur soviel: Es wird wieder ein übergeordnetes Thema geben, das sich wie ein roter Faden durch den Abend zieht.

Griesbräu-Wirtin Barbara Gilg freut sich auf das Derblecken - und den damit verbundenen Starkbieranstich. „Wir sind fast ausgebucht“, berichtet die Geschäftsfrau. Der Murnator, so der Name des Gerstensafts mit einem höheren Stammwürzegehalt, wird zur Fastenzeit ausgeschenkt. Zehnmal fand der Pflichttermin für Politiker inzwischen in der Traditionsgaststätte statt, die Platz für rund 200 Gäste bietet.

Sepp Gramer, wie Bierling CSU-Gemeinderat, feilt indessen an einer Solo-Karriere als Fastenprediger. Damit hatte das Murnauer Original vergangenes Jahr begonnen. Heuer plant er am 21. März einen Auftritt beim Starbier-Fest in der Bundeswehr-Kaserne. Auch eine Anfrage aus Weilheim habe er erhalten, sagt Gramer. „Ich hab’ Stoff für fünf Stunden“, lacht der Schauspieler. (as)

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