Eschenlohe - Gar nicht einverstanden ist Eschenlohe mit dem geplanten Straßenbau für Olympia 2018. In einem Schreiben an die Regierung von Oberbayern bezieht die Gemeinde Stellung.

Anton Kölbl befürchtet finanzielle Belastungen für die Kommune.
In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde das Schriftstück mit der Forderung nach einer „gründlicher Überarbeitung“ einstimmig abgesegnet. Gegen die Planungen, wie sie jetzt sind, „werden wir uns mit aller Kraft zur Wehr setzen“, versprach Bürgermeister Anton Kölbl (CSU).
Die Liste der Einwendungen ist lang. An deren Ende steht der Appell, „alles genau so zu belassen wie es ist“: Die Tunnel offen und die Autobahn als Autobahn. Nur mit der neuen vierspurigen Schnellstraße ab deren Ende Richtung Süden können sich die Räte anfreunden.
Unter anderem moniert Eschenlohe Verfahrensfehler, die Beeinträchtigung der gemeindlichen Planungshoheit, das Missachten kostengünstiger Alternativen sowie fehlende Informationsgespräche seitens der mit dem Straßenbau beauftragten Planer. „Man hat den Ort in die Planung nicht einbezogen“, kritisierte Brigitte Mangold-Rößler (Freie Wähler). Kölbl stimmte zu: „Die haben nur einmal mit mir gesprochen.“ Dem Gemeinderat oder den Bürgern sei das Konzept nie vorgestellt worden.
Auch die geplante Umwidmung der Straße nach Schwaigen zur Bundesstraße kritisieren die Räte: „Auf der neuen B 2 wäre ja kein Viehtrieb mehr möglich.“ Traktoren dürften auf der neuen Strecke auch nicht mehr fahren. Eine Straße für diese Verkehrsteilnehmer ist in der aktuellen Planung nicht vorgesehen. „Es ist zu befürchten, dass deswegen noch massig Einsprüche der Landwirte kommen.“ Weiterer Kritikpunkt: Der innerörtliche Verkehr werde zunehmen: beispielsweise, weil südliche Anwohner aus Garmisch-Partenkirchen kommend über die Schnellstraße bis Eschenlohe Mitte fahren und nicht beim Kreisel in Oberau auf die alten B 2 abbiegen werden. „Das wäre viel zu umständlich, und die Abfahrt Eschenlohe Mitte wird viel zu einladend gebaut.“
Die Gemeinderäte fürchten um ihre frisch sanierte Kirche, die unter dem erhöhten Verkehrsaufkommen leiden könnte. Das Schreiben, in dem die Gemeinde nachdrücklich auf ein Gespräch dringt, wird am heutigen Dienstag abgeschickt, damit es fristgerecht die Regierung erreicht. Kölbl: „Ich denke, es wird dort einigen Wirbel verursachen.“ (fn)
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