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SPD Murnau Gemeinderat Burger Ausschüsse Poczka

"Ich bin ständig auf Achse"

Murnau - Die Murnauer SPD kommt nicht zur Ruhe. Am Donnerstag wurden im Hauptverwaltungsausschuss Forderungen laut, dass Gemeinderat Hans-Peter Burger zurücktreten soll. Dieser denkt allerdings überhaupt nicht daran.

Eigentlich ging es darum, die SPD-Sitze in den Ausschüssen neu zu belegen. Denn Burger kann aus beruflichen Gründen diese Termine nicht mehr im erforderlichen Maß wahrnehmen. Holger Poczka (ÖDP/Bürgerforum) ärgerte sich zunächst, dass Burger erst jetzt damit daherkomme, wo doch am 2. Februar eine Sondersitzung des Gemeinderats stattgefunden hatte, in der die Ausschüsse neu besetzt wurden. Im Januar hatte es, wie berichtet, einen Umbruch im Kommunalparlament gegeben. Barbara Grabmaier wechselte von der Gruppierung ÖDP/Bürgerforum zur CSU. Andreas Müssig kehrte den Freien Wählern den Rücken und macht nun als Parteifreier weiter.

Poczka ergänzte im Hauptausschuss dann, dass es „vielleicht Zeit“ wäre, dass Burger von seinem Gemeinderatsposten zurücktritt. Nachdem SPD-Fraktionssprecherin Elisabeth Hoechner darlegte, dass es aus bestimmten Gründen nicht möglich gewesen sei, am 2. Februar die SPD-Ausschuss-Sitze mit zu behandeln, zeigte Poczka Verständnis und relativierte seine Äußerungen.

Er stimme zudem, wie er gestern gegenüber dem Tagblatt darlegte, Barbara Grabmaier zu, „dass es für Berufstätige und Eltern nicht immer einfach ist, den hohen Zeitaufwand dieses Ehrenamtes zu bewältigen und man die Latte nicht zu hoch hängen darf bei der Beurteilung, ob die Kollegen dem Amt noch gerecht werden oder nicht“. Doch Poczka erklärte gestern auch: Wenn Burger „amtsmüde ist, sollte er überlegen, ob er einem Nachrücker Platz macht“. Das müsse er jedoch selber entscheiden.

Burger, der nicht anwesend war, hat nicht die Absicht, seinen Posten zu räumen. Derlei Forderungen seien „blanker Unsinn“. Im Gemeinderat habe er „extrem selten gefehlt“. Für die Ausschüsse - er saß bisher im Werk-, Hauptverwaltungs- sowie im Rechnungsprüfungssausschuss der Gemeindewerke - mangle es ihm jedoch aus beruflichen Gründen an der nötigen Zeit.

„Ich bin ständig auf Achse“, erklärt der Außendienstleiter einer amerikanischen Medizinproduktfirma. Die Gemeinderatstermine werde er „selbstverständlich“ weiter wahrnehmen. „Es ist nicht dran zu denken, dass ich aufhöre“, betont der 57-Jährige, der 2008 Bürgermeisterkandidat war. Burger ist neuerdings im Hauptverwaltungs- und Werkausschuss Ersatzmitglied. Dem Rechnungsprüfungsausschuss für die Gemeindewerke gehört er nicht mehr an.

Nach den Querelen innerhalb der SPD bilden Burger, Ernst Ochs und Hoechner die Fraktion. Michael Manlik werkelt mittlerweile als Einzelkämpfer. Auch er nahm sich - indirekt - Burger zur Brust. „Ihr habt ein Jahr nicht eingegriffen“, warf er der Verwaltung vor und fragte: „Wann schreitet ihr ein, wenn ein Ausschuss-Mitglied nicht mehr kommt?“ Das Rathaus sah laut Geschäftsleiter Josef Neuner indes keine Veranlassung, aktiv zu werden. „Herr Burger hat sich immer persönlich entschuldigt und gesagt, dass er beruflich verhindert ist.“ Zudem habe er einen Vertreter zu den Sitzungen geschickt. „Es ist nicht Aufgabe der Verwaltung, das zu kritisieren.“ Wenn, dann sei dies aus den Reihen des Gemeinderats zu rügen.

Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen rät Poczka: „Es liegt in der Verantwortung des gesamten Gemeinderates, endlich dieses Hin- und Her zu beenden und dem Bürger wieder das Gefühl zu geben, dass man sich nun wieder den Sachfragen zuwendet.“ (roy)

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