Murnau - Der Ausgang der Bürgerentscheide in Garmisch-Partenkirchen hat im Norden des selbigen Landkreises geteilte Meinungen hervorgerufen.
„Die Zustimmung muss respektiert werden. Das Ergebnis zeigt aber, dass die Prognose der Bewerbungsgesellschaft mit 65 Prozent pro Olympia Makulatur ist und dass es viele gibt, die nicht überzeugt sind. Jetzt gilt es für uns einfach, Schlimmeres zu verhindern“, erklärt der Murnauer Gemeinderat und ÖDP-Kreisvorsitzende Rolf Beuting. „Ich hatte am Sonntag den Eindruck, dass die Freude der OlympiJaner nur deshalb so groß war, weil die Erleichterung so groß war.“
Schade finden es sowohl Beuting als auch der Murnauer SPD-Gemeinde- und Kreisrat Michael Manlik, dass nicht auf Landkreis-Ebene abgestimmt wurde. Manlik: „Dann hätte sich das Ergebnis sicher noch einmal zugunsten von NOlympia verschoben. Schließlich hat der Landkreis die Hauptlast zu tragen.“ Und Beuting: „Es sind viele Orte von der Entscheidung betroffen. Mich wundert auch, dass sich in Ohlstadt bisher nichts getan hat. Ich glaube, dort werden die Auswirkungen von Olympia total unterschätzt.“
Da ist zumindest Ohlstadts Bürgermeister Anton Fischer (NLO) anderer Meinung: „Ich bin immer noch davon überzeugt, dass Olympia für die Region gut ist.“ Seiner Einschätzung nach stehe ein Großteil der Ohlstädter hinter der Bewerbung. Allerdings habe er beim Entscheid mit einem deutlicheren Ergebnis für die Spiele gerechnet. „Ich dachte, dass es mindestens 60 Prozent sein werden.“ An negative Auswirkungen für den Landkreis glaubt er nicht.
Weniger konkret, aber nicht weniger kritisch äußerst sich die Sprecherin der Murnauer Orts-Grünen, Veronika Jones. „Das Ergebnis spiegelt sicher nicht die Euphorie wieder, die das IOC erwartet hat.“ Auch ihre Ortsgruppe will die Geschehnisse kritisch verfolgen. Vor allem, was die Biathlon-Stätten in Schwaiganger betrifft. „Wir können es nicht akzeptieren, dass man nicht vorhandene Stätten wie Ruhpolding nutzt.“
Dieser Meinung ist auch Josef Bierling, Murnaus Vize-Bürgermeister und Zweiter CSU-Ortsvorsitzender. Obwohl er die Spiele als Segen für den Landkreis einschätzt und sich über das positive Ergebnis freut, kritisiert auch er die Entscheidung der Bewerbungsgesellschaft, Schwaiganger und nicht Ruhpolding den Vorzug zu geben.
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