Superbanner

Staatsstraße 2062: Unnötige Sperrung?

Staatsstraße 2062: Unnötige Sperrung?

Murnau - Wurde die Staatsstraße bei Achrain wegen einer Überschwemmung am vergangenen Sonntag länger als nötig gesperrt? Das zumindest behauptet ein Autofahrer.

Hier geht’s nicht weiter: So sah die gesperrte Staatsstraße am Sonntag aus. Nach Ansicht von Peter Wiesmeier hätte die Strecke freigegeben werden können. Foto: Wiesmeier

Hier geht’s nicht weiter: So sah die gesperrte Staatsstraße am Sonntag aus. Nach Ansicht von Peter Wiesmeier hätte die Strecke freigegeben werden können. Foto: Wiesmeier

Autofahrer aus der Region kennen das Problem nur zu gut: Kaum steigt bei Dauerregen der Loisach-Pegel merklich an, wird die Staatsstraße 2062 bei Achrain überflutet und muss gesperrt werden. Dies war auch am vergangenen Sonntag wieder der Fall. Die Vorgehensweise von Polizei und Straßenmeisterei stößt auf Unverständnis - und erntet Kritik: Der Münchner Peter Wiesmeier, der in Murnau aufgewachsen und hier oft zu Besuch ist, kann die Dauer der Sperre nicht nachvollziehen. Diese sei an dem besagten Sonntag bis zum späten Nachmittag aufrechterhalten worden - obwohl seiner Ansicht nach der Abschnitt bereits gegen 13.30 Uhr wieder trocken und befahrbar war.

Als Beweismittel machte Wiesmeier zu diesem Zeitpunkt ein Foto, auf dem in der Tat nur noch eine Wasserpfütze zu sehen ist. „Hochwasser? Ich sehe eher eine Fehlinformation der Autofahrer und eine unnütze Schikane“, schimpft der Münchner. „Hier wurden hunderte Autofahrer in eine vermeidbare Umleitung gezwungen.“

Die Murnauer Polizei lässt die Argumentation nicht gelten - und verweist auf den Sicherheitsaspekt. Die Strecke könne erst nach einer Prüfung durch die zuständige Straßenmeisterei in Weilheim wieder freigegeben werden, erklärt der stellvertretende Inspektionsleiter Anton Rager. Schließlich gehe es hier um eine Haftungsfrage. Nach einem Hochwasser könnten Schäden entstanden sein, auch müsse die Fahrbahn gereinigt werden.

Dies bestätigt Albert Zach, Leiter der Straßenmeisterei. Selbst geringe Wassermengen reichten aus, um das gefährliche Aquaplaning und möglicherweise einen Unfall zu verursachen, warnt er. Daher warte man ab, bis das Wasser komplett abgelaufen sei. Dies nehme freilich etwas Zeit in Anspruch.

Mehrmals im Jahr ist die wichtige Verbindungsstraße zwischen Murnau und Großweil unpassierbar, weil sie unter Wasser steht. Kommunalpolitiker drängen seit Jahren auf einen Hochwasserschutz. Doch dieser ist teuer: 2,3 Millionen Euro würde die Investition kosten, hat das Staatliche Bauamt in Weilheim ausgerechnet. Die Straße müsste in dem Abschnitt bei Achrain auf einer Länge von 700 Metern im Untergrund verfestigt und eineinhalb bis zwei Meter „höher gelegt“ werden. Damit sich das Wasser nicht aufstaut, müssten zusätzlich Durchlässe oder eine Brücke errichtet werden.

Das Vorhaben wurde zwar in den Ausbauplan für Staatsstraßen des Bayerischen Innenministeriums aufgenommen - allerdings noch nicht in die Gruppe mit der höchsten Dringlichkeitsstufe. Nach Ansicht vieler Kreispolitiker ist diese Einordnung überfällig. Ein Antrag wurde gestellt.

Eine schnelle Lösung könnte sich heuer im Sommer ergeben, wenn München und Garmisch-Partenkirchen den Zuschlag für Olympia 2018 erhalten. Dann gilt der Ausbau der Staatsstraße als sicher, um die Athleten zu den Wettkampfstätten (Langlauf und Biathlon) nach Schwaiganger bringen zu können. (as)

zurück zur Übersicht: Murnau

Kommentare

Region Garmisch-Partenkirchen

Weitere Informationen über diese Region...

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte Landkreis Garmisch-PartenkirchenWeilheimSteingadenPeitingOberammergauKochel am SeeMurnauGarmisch-PartenkirchenMittenwaldzurück zur Region

Wetter für Garmisch-Partenkirchen

Aus dem Landkreis

"Garmisch Cops" im ZDF: Junge Nachwuchsstars

"Garmisch Cops" setzt auf junge Nachwuchsstars

Garmisch-Partenkirchen - Ähnlich und doch anders: So sollen “Die Garmisch-Cops“ schon bald im ZDF knifflige Mordfälle lösen. Einen großen Unterschied zum Bayern-Krimi "Rosenheim-Cops" gibt es allerdings.Mehr...

„Durch ein Wunder“ nur leicht verletzt

„Durch ein Wunder“ nur leicht verletzt

Garmisch-Partenkirchen - 100-prozentige Sicherheit am Berg gibt es nicht. Das zeigten am Samstag einmal mehr drei anspruchsvolle Einsätze der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen - vor allem jener am Blassengrat.Mehr...

Besonders beliebt

  • Meistkommentierte Artikel
  • Meistgelesene
  • Themen

Havarie im Staffelsee: Fähre geht unter

Seehausen - Beim Beladen ist eine Fähre in der Seehauser Bucht untergegangen. Der Eigentümer, ein 77-jähriger Landwirt, hatte für die Fahrt nicht einmal eine Genehmigung.Mehr...

Wuchtiges Wahrzeichen: Die Schlossbachbrücke. Foto: Verkehrsarchiv tirol

In die Moderne katapultiert

Mittenwald - Mit der Eröffnung der Mittenwaldbahn beginnt im Oberen Isartal 1912 die Neuzeit. Diesen Aufbruch ins 20. Jahrhundert feiern die Anlieger-Gemeinden in Bayern und Tirol standesgemäß.Mehr...

Kein schöner Anblick: Die brach liegende Fläche am nördlichen Ortseingang von Oberau stört nicht nur die Anwohner, sondern auch die Gemeinderäte. foto: Kornatz

Oberauer fühlen sich im Stich gelassen

Oberau - Wann die Oberauer Umfahrung realisiert wird, ist unklar. Nach der Deponie-Sanierung ist vorerst Schluss. Was dann mit dem Gelände passiert, beschäftigt insbesondere die Anwohner.Mehr...

Aktuelle Videos

Videos werden geladen...0:00
Bild mit Ladehinweis

Weitere Informationen für dieses und andere Videos werden geladen...

Abspielen

Alle Videos

-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk.http://www.merkur-online.de/media/video/37063960011755456930

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper