Blutuntersuchung - „Ergebnisse beunruhigend“

Blutuntersuchung - „Ergebnisse beunruhigend“

027.02.07|NachrichtenFacebook
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Peitinger Mobilfunkstudie: - Peiting – Fast eineinhalb Jahre hat die Marktgemeinde darauf gewartet, jetzt liegt sie vor: Die Auswertung der Blutuntersuchung, die die Umweltinitiative Pfaffenwinkel im Sommer 2005 in Peiting gestartet hat. „Die Ergebnisse bestätigen die Sorgen der besorgten Bürger“, erklärte der Sprecher der Umweltinitiative Hans-Schütz gestern Abend bei einer Pressekonferenz in Peiting. Der Wormser Umweltmediziner, Dr. Peter German, der die Untersuchung ehrenamtlich ausgewertet hat, will bei 40 Prozent der 126 Untersuchten in Peiting beunruhigende Veränderungen im Blut festgestellt haben.

So soll bei dieser Personengruppe der sogenannte Reticulozytenwert unter dem Normbereich liegen. Sprich: 50 Untersuchte sollen weniger junge, frische rote Blutkörperchen haben als üblich. "Normalerweise finden sich entsprechende Werte bei etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung und selbst in hoher Mobilfunkstrahlung belasteten Gruppen waren es bei ähnlichen Untersuchungen höchstens um die zehn Prozent", beruft sich Hans Schütz auf die Auswertung von Dr. Peter German. Schütz: "Das ist schon eine extrem auffällige Zahl."

Welche Ursachen die Werte haben können

Der Leiter des Gesundheitsamtes Weilheim-Schongau, Dr. Karl Breu, verweist auf Anfrage der Schongauer Nachrichten darauf, dass Reticulozytenwerte unter dem Normbereich verschiedene Ursachen haben können (Lesen Sie dazu auch das Beithema unten).

Doch wie erklärt sich Hans Schütz den auffälligen Wert? "Viele von denen, die sich für den Bluttest freiwillig gemeldet haben, leiden natürlich unter gesundheitlichen Problemen und wohnen im Bereich der Antennen", gibt er zu bedenken. Des Weiteren gibt er ein weiteres Ergebnis der Studie zu bedenken: Bei vielen, aber eben nicht bei allen Personen mit nachgewiesen höherer Strahlenbelastung hätten sich auch unter der Norm liegende Reticulozytenwerte im Blutbild gezeigt. "Daraus kann man schließen, dass die Probanden eine unterschiedliche Sensibilität gegenüber der vorhandenen Strahlenbelastung entwickeln", interpretiert er die Auswertung von Dr. Peter German. Auch seien Probanden dabei, die extreme Blutwerte hätten, "aber pumperlgesund" seien, räumt Hans Schütz ein.

Und einen weiteren frappierenden Punkt will man mit der Untersuchung in Peiting nachgewiesen haben: Laut Auswertung besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Höhe der gemessenen Belastung am Schlafplatz und den Befindlichkeitsstörungen, die von den Untersuchten im Fragebogen angegeben worden sind. Im Klartext heißt das laut Schütz: "Je höher die Strahlenbelastung, desto kränker die untersuchten Personen."

Das Spektrum der angegebenen Krankheiten ist groß: Von Schlafstörungen und Kopfschmerzen reicht die Palette bis hin zu schweren Krebserkrankungen. Gehäuft ist laut Hans Schütz auch "Tinnitus" ("Ohrenklingeln") aufgetreten.

Im Herbst soll der Startschuss fallen

Da die Mobilfunkbetreiber inzwischen ihre Sendeanlagen auf UMTS bzw. das sogenannte "Edge"-System umgestellt haben, plant die Umweltinitiative Pfaffenwinkel jetzt eine zweite Untersuchung mit dem selben Personenkreis -im Herbst soll der Startschuss fallen. Erneut soll von jedem Probanden ein großes Blutbild erstellt werden, ein zweites Mal muss ein umfangreicher Fragebogen zu den Telefongewohnheiten und zur gesundheitlichen Situation ausgefüllt werden und auch die Strahlenbelastung am Schlafplatz soll erneut gemessen werden.

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